16.06.2015

Südsudan: Nun droht eine Hungerkrise

Im Südsudan droht eine Hungerkatastrophe. World Vision leistet Nothilfe.

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Wien, 16. Juni 2015 – Im Südsudan tobt nach wie vor ein blutiger Bürgerkrieg. Wegen erneuter Angriffe in den beiden Bundesstaaten Upper Nile und Unity im ölreichen Norden des Landes musste World Vision vergangenen Monat sogar Hilfslieferungen einstellen. Spezialisten aus den Bereichen Ernährung, Wasser- und Zeltversorgung versuchen aber dennoch, die Menschen mit dem Nötigsten zu versorgen. Lilian Mumbi, World Vision Nothilfe-Expertin, kommt gerade von einer Erkundungstour in den südsudanesischen Bundesstaat Upper Nile zurück. Mit einem kleinen Team hat sie sich ein Bild von der Lage vor Ort gemacht. Allein in der Region Wau Shilluk leben rund 40.000 Menschen. „Sie alle brauchen Nahrung. Aber auch sanitäre Anlagen, denn Krankheiten breiten sich aus. Außerdem kommen immer mehr Flüchtlinge aus anderen Regionen dort an. Hilfe ist dringend nötig“, sagt Mumbi. Besonders schlimm sei es in der Ortschaft Melut. „Dort sind alle Häuser niedergebrannt. 50.000 Menschen sind geflohen.“ Auch das World Vision Büro in Melut wurde geplündert und verwüstet.

Alarmierende Zeichen von Unterernährung
Die Menschen fliehen vor den Kämpfen zwischen Regierungssoldaten und Rebellen, aus Angst um ihr Leben lassen sie unbestellte Felder zurück. Gerade jetzt würde aber die Saatsaison beginnen. „Damit ist auch klar, dass die Ernte zum großen Teil ausfallen wird“, erklärt Perry Mansfield von World Vision Südsudan. „Schon jetzt sehen wir alarmierende Zeichen von Unterernährung besonders bei Frauen und Kindern“, sagt er. Laut einem gemeinsamen Bericht von UN und Hilfsorganisationen werden wegen der zu erwartenden Ernteausfälle mehr als viereinhalb Millionen Menschen auf Hilfslieferungen angewiesen sein.

Versorgung ziviler Opfer muss garantiert sein
World Vision hat seit dem Beginn des Krieges im Dezember 2013 über 600.000 Menschen mit Nahrung, Wasser und weiteren Hilfsgütern versorgt. Die Hilfe muss aber zeitweise unterbrochen werden – weil auch Mitarbeiter von Hilfsorganisationen immer wieder Gewalt ausgesetzt sind. Perry Mansfield und seine Kollegin Lilian Mumbi fordern deshalb: „Wenn die Kriegsparteien im Südsudan schon nicht die Waffen schweigen lassen können, müssen sie zumindest garantieren, dass wir die zivilen Opfer ungefährdet versorgen können.“ Damit aus einer großen Krise nicht eine noch größere Katastrophe wird.

Im Südsudan droht eine Hungerkatastrophe. World Vision leistet Nothilfe. (. jpg )

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