17.09.2015

UN-Gipfel in New York: Nur eine gemeinsame Anstrengung der Länder des Südens und Nordens wird die Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele ermöglichen

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Wien/New York, 18. September 2015 –  In der kommenden Woche werden bei der UN-Vollversammlung in New York die neuen Nachhaltigkeitsziele (SDGs, Sustainable Development Goals) verabschiedet. Die Staaten der Vereinten Nationen haben sich 17 Ziele gesetzt, die in 169 Unterzielen genauer definiert sind. Bis 2030 soll erreicht werden, dass alle Menschen ein Leben in Würde führen können. „Die SDGs knüpfen an die Fortschritte der Millennium-Entwicklungsziele an, gehen aber vor allem auf deren Schwachstellen ein. So haben die neuen Ziele das Potenzial, die am meisten benachteiligten Kinder unserer Welt tatsächlich zu erreichen“, betont Sebastian Corti, Geschäftsführer von World Vision Österreich. Auch wenn es durch die Millennium-Entwicklungsziele durchaus Erfolge gegeben hat – wie etwa eine deutliche Reduzierung der Kindersterblichkeit, wesentlich verbesserter Zugang zu Bildung sowie ein signifikanter Fortschritt in der Bekämpfung von Armut und Hunger – gibt es nach wie vor Milliarden von Menschen, die nicht wesentlich von den internationalen Anstrengungen profitiert haben.

Kinder im Fokus einer nachhaltigen Entwicklung
In den dreijährigen Prozess, in dem die nachhaltigen Entwicklungsziele ihre endgültige Form fanden, war auch World Vision stark involviert. Dass Kinder in der Post-2015 Agenda eine wesentliche Rolle spielen, zeigt sich zum Beispiel:

- in den wiederkehrenden Äußerungen, dass die am meisten Benachteiligten erreicht werden müssen,
- in der Anerkennung von Kindern und Jugendlichen als «Changemaker» und dem Bekenntnis, sie zu fördern,
- im Bekenntnis, in Kinder und Jugendliche zu investieren und ausbeuterische Kinderarbeit zu eliminieren und
- darin, dass alle Kinder und Jugendlichen gleichberechtigt die Möglichkeit auf Bildung erhalten sollen.

Besonderes Augenmerk auf Konfliktgebiete
Insbesondere auf Konfliktgebiete und fragile Staaten muss besonderes Augenmerk gelegt werden. Die Kinderhilfsorganisation ist seit Jahren in vielen Ländern mit langfristiger Entwicklungszusammenarbeit, aber auch mit humanitärer Hilfe in Konfliktländern tätig und versucht so, die Ursachen von Flucht zu bekämpfen. „Der Krieg in Syrien dauert nun schon mehr als 4 Jahre an. Die Menschen sehen in der Region keine Perspektive mehr für sich und ihre Familien und verlassen ihre Heimat auf der Suche nach Sicherheit und mit der Hoffnung auf ein besseres Leben“, sagt Corti. „Es ist wichtig, Hilfe vor Ort zu leisten, und ebenso wichtig, die Ursachen des Konflikts entschlossen zu beseitigen. Allerdings fehlen Gelder und die Zustände in den Nachbarländern verschlechtern sich zusehends.“

Nach dem jüngsten Bericht der Vereinten Nationen wurden bisher nur 41% der für das Jahr 2015 erforderlichen Finanzmittel für die Syrienhilfe ausgezahlt. Dies hat dazu geführt, dass die Nahrungsmittelhilfe für Flüchtlinge im Libanon von monatlich 30 US-Dollar pro Person auf etwa 15 US-Dollar halbiert werden musste.

Freiwilliges Engagement unabdingbar
Die Ziele für eine nachhaltige Entwicklung stellen einen Wegweiser dar. Dieser ist sowohl für Länder des Südens als auch für Länder des Nordens hinsichtlich sozialer, ökonomischer und auch ökologischer Entwicklung bedeutend. Alle 193 Mitgliedstaaten der UNO haben diesen Zielen zugestimmt. Dennoch bleiben die SDGs eine freiwillige Vereinbarung ohne rechtliche Konsequenzen. Ein großes Engagement jedes Staates ist also gefordert, damit die formulierten Ziele auch tatsächlich Realität für die ärmsten Kinder und Gemeinschaften werden. Denn erst dann kann von einem Erfolg gesprochen werden.

World Vision wird während der UN-Vollversammlung vom 25. bis 27. September 2015 vor Ort in New York sein und für Fragen und Interviews in deutscher Sprache zur Verfügung stehen:
Marwin Meier, Experte für Gesundheit und Anwaltschaft

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