11.07.2013

World Vision unterstützt Empfehlungskatalog zur weltweiten Entwicklung nach 2015

Entwicklungszusammenarbeit fördert Bildung

Bei Entwicklungszusammenarbeit darf nicht gekürzt werden

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Wien/New York, (31.05.2013) – Verbot von Kinderheirat, weltweite Geburtenregistrierung –
eine internationale Expertengruppe hat auf Initiative der UN Ziele die künftige weltweite
Entwicklung vorgegeben. Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision begrüßt die
Empfehlungen, fürchtet aber um ihre Umsetzung.

„Grundsätzlich unterstützen wir die darin aufgestellten, klaren Ziele“, erklärt Antje
Lüdemann-Dundua, Entwicklungsexpertin der Kinderhilfsorganisation World Vision. „So ist
das explizite Ziel richtig, den Tod von Kindern durch vermeidbare Krankheiten vollständig
beenden zu wollen. Ebenso wichtig aus unserer Sicht ist, das angestrebte Verbot der
Verheiratung von Kindern und eine weltweite Geburtenregistrierung. Aber: jetzt kommt es
darauf an, was wirklich von den aufgestellten Zielen beibehalten wird.“

Lüdemann-Dundua befürchtet, dass ein Heer von Lobbyisten und Politikern die
hochgesteckten Ziele herunterschrauben will. „In manchen Ländern stehen Schutz und
Entwicklung der Bevölkerung und insbesondere der Kinder weit unten auf der politischen
Tagesordnung. Das kostet schließlich Geld, Anstrengung und langfristiges Denken. Oft fehlt
es aber auch tatsächlich einfach an den Mitteln.“

Wohlergehen der Kinder ist Gradmesser für die Entwicklung eines Landes
Neben den vielen wichtigen Forderungen, die die Kinderhilfsorganisation begrüßt, gibt es im
vorgestellten Zielekatalog jedoch auch Lücken. „Wichtig ist“, so Antje Lüdemann-Dundua,
„dass der Kinderschutz für die Entwicklung nach 2015 stärker in den Vordergrund gerückt
wird. Das ist in dem Forderungskatalog nicht ausreichend geschehen. Die Worte
Kinderschutz und Kinderarbeit kommen gar nicht vor, stattdessen wird der Schutz von
Kindern vor Gewalt nur im Zusammenhang mit bewaffneten Konflikten gefordert. Schutz von
Kindern vor Gewalt, Missbrauch und Vernachlässigung muss aber ein Thema in allen
Gesellschaften sein, auch in denen, die nicht von Kriegen betroffen sind. Dabei ist vor allem
eines klar: Das Wohlergehen der Kinder ist der Gradmesser für die Entwicklung eines Landes.
Geht es den Kindern schlecht, darbt auch das Land.“

Der Forderungskatalog fließt in den Bericht des UN-Generalsekretärs ein, der im September
der UN-Generalversammlung in New York vorgestellt wird. Bis 2015, wenn die bisherigen
Millenniumsziele auslaufen, sollen die Forderungen in politische Ziele gegossen werden, an
die sich die Staatengemeinschaft halten soll.

HINTERGRUND:
Die Millenniumsziele der Vereinten Nationen wurden im Jahr 2001 beschlossen. Bis 2015
sollten 8 Ziele erreicht werden, unter anderem die Senkung der Kindersterblichkeit und
Primärschulbildung für alle. Im Juli vergangenen Jahres berief der UN-Generalsekretär Ban
Ki-Moon ein internationales Beratergremium von Politikern (unter anderem der britische
Premier David Cameron und Liberias Präsidentin Ellen Johnson-Sirleaf, wie auch der
ehemalige deutsche Bundespräsident Hans Köhler), Wirtschaftsvertretern und
Entwicklungsexperten, um einen Katalog mit Zielen für eine Entwicklungsagenda nach 2015
zu erstellen. Das Gremium führte für den Bericht vielfältige Konsultationen in verschiedenen
Weltregionen durch.

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Bei Entwicklungszusammenarbeit darf nicht gekürzt werden

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