26.11.2012

Gespannte Ruhe in Goma vor Ablauf des Ultimatums an M23

Spannung in Goma

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Wien / Goma, 26.11.2012. Angesichts des Ultimatums der kongolesischen Regierung an die Rebellen der M23, sich bis heute Abend aus Goma zurückzuziehen, schauen die Menschen in banger Erwartung in die Zukunft. Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision ruft alle Parteien auf, endlich die Waffen schweigen zu lassen und miteinander zu reden. "Krieg ist niemals eine Lösung, kommt zur Vernunft und redet miteinander", fordert Ekkehard Forberg, Friedensexperte von World Vision die verfeindeten Parteien auf.

In Goma herrscht derzeit gespannte Ruhe. Nachdem viele Banken und Regierungsbehörden geplündert worden waren, bleiben sie auch heute geschlossen. Die Rebellenorganisation M23 kontrolliert weiterhin die Stadt. Nach wie vor gibt es kaum Strom und kaum sauberes Trinkwasser. Der Flughafen von Goma ist ebenfalls geschlossen, so dass derzeit keine Hilfsflüge möglich sind.

Rund 140.000 Menschen sind aus umliegenden Städten nach Goma geflüchtet und suchen Unterkunft in Schulen und öffentlichen Gebäuden. In der Umgebung von Goma haben sich zahlreiche neue Flüchtlingslager gebildet, die vorhandenen Lager sind völlig überfüllt.

Tausende Menschen für Hilfsorganisationen nicht erreichbar

Nachdem World Vision bereits am Wochenende Maismehl, Bohnen, Speiseöl und Salz in Goma und in Flüchtlingslagern rund um die Stadt verteilte, wird die Versorgung heute fortgesetzt. Einige Flüchtlinge, die aus der nördlichen Region um Goma stammen, sind nach Hause zurückgegangen, aber viele Menschen trauen sich nicht, in ihre Heimatdörfer zurück zu kehren. Tausende Menschen sind für Hilfsorganisationen nicht erreichbar, da sie in Folge der kriegerischen Auseinandersetzungen in entlegene Gegenden flüchteten. Dominic Keyzer, World Vision Advocacy Manager vor Ort betont: "Die Verhältnisse in den Lagern sind fürchterlich. Die Menschen leben in Behausungen, die sie sich aus Ästen, Stöcken und Gras zusammengeflickt haben und keinen Schutz vor den täglichen tropischen Regenfällen bieten." Die wenigen Habseligkeiten werden ihnen oft noch von den vorbeiziehenden Soldaten genommen. Besonders schlimm ist die Situation der Kinder, die unter

Unterernährung leiden. "Viele zeigen die typischen aufgeblähten Bäuche, die auf mangelnde Ernährung hinweisen, viele Kinder weinen vor Hunger", so Keyzer.

 

Seit Anfang des Jahres haben die neuen Auseinandersetzungen dazu geführt, dass rund 650.000 Menschen ihre Heimatdörfer verlassen mussten. Etwa 463.000 Flüchtlinge sind laut UNHCR in Nachbarländer geflohen.

"Die humanitäre Situation im Ost-Kongo ist verheerend", so Forberg. "Wir brauchen dringend weitere Hilfe."

ACHTUNG REDAKTIONEN: Interviews mit World Vision Mitarbeitern vor Ort sind möglich.

Wir vermitteln diese gerne auf Anfrage unter andrea.janousek@worldvision.at oder 01/522 14 22-201 oder 0664/833 94 11.

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