15.12.2016

Südsudan: Humanitäre Lage so schlimm wie noch nie zuvor

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Wien/Juba, 15. Dezember 2016 – Im Südsudan, dem jüngsten Staat der Welt, kommt es derzeit zu Nahrungsmittelengpässen, die schlimmer sind als je zuvor. Obwohl gerade Erntezeit ist, sind 3,6 Millionen Menschen von akuter Nahrungsmittelknappheit betroffen. Diese Zahl könne bis Juni nächsten Jahres sogar auf 5 Millionen ansteigen, berichtet Perry Mansfield, Landesdirektor für World Vision im Südsudan.
 
Erschwerend kommt hinzu, dass die Nahrungsmittelkrise von einer Hyperinflation begleitet wird, die derzeit bei 835 Prozent liegt. Das macht die noch verfügbaren Lebensmittel zu teuer für die meisten Menschen im Land.
 
Ländliche und städtische Gebiete betroffen
Die nördliche Region Bahr el Ghazal ist am stärksten betroffen. Eine von drei Personen ist dort mangelernährt. In mehreren Bundesstaaten des Südsudan liegt die Rate bei über 15 Prozent, wenn diese Menschen keinen Zugang zu Lebensmitteln erlangen, werden auch sie Hunger leiden. 
“Hunger und Mangelernährung betreffen aber nicht nur schwer zu erreichende ländliche Regionen, sondern auch die Menschen in den Städten, die von den Märkten abhängig sind, um überleben zu können. Die lokale Versorgung mit Lebensmitteln bricht zusammen”, ergänzt Mansfield. 600.000 Menschen leben in urbanen Regionen wie Juba. 
 
In speziellen ernährungstherapeutischen Zentren unterstützt World Vision – in Zusammenarbeit mit dem Welternährungsprogramm und UNICEF – Kinder und schwangere sowie stillende Frauen durch Programme zur Behandlung von Unter- und Mangelernährung.
 
„World Vision plant, kommendes Jahr 420.000 Menschen mit Nahrungsmittelhilfe und anderen Nothilfemaßnahmen zu erreichen. Gemeinsam mit Partnern arbeiten wir seit längerem daran, die Bevölkerung auf solche Krisen besser vorzubereiten und ihre Widerstandsfähigkeit zu erhöhen. Wir können beobachten, dass die Menschen in diesen Regionen besser mit der Situation umgehen können. Wir erarbeiten nun einen Plan, unsere Resilience-Programme mit den Nothilfeeinsätzen zu verbinden“, so Mansfield.

World Vision arbeitet seit 1989 im Südsudan. Die Programme umfassen Projekte in den Bereichen Gesundheit, Ernährung, Wasser und Sanitär, Bildung, Friedensbildung, Kinderschutz sowie Nothilfe.
 

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