06.07.2017

Südsudan: 6 Jahre Unabhängigkeit – ein blutiger Jahrestag

Die Geschwister Isaac (14), Jackson (3), Peter (16), Moses (7), Simon (12), John (4) und Gabriel (8) sind ohne Eltern aus dem Südsudan nach Uganda geflohen.

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Wien/Juba, 6. Juli 2017 – Vor fast sechs Jahren erklärte der Südsudan seine Unabhängigkeit. Im Vorfeld des sechsten Jahrestags am 9. Juli  fordert die Kinderhilfsorganisation World Vision ein Ende der Gewalt, die bereits seit vier Jahren anhält.
 
„Im vergangenen Jahr gab es sehr viel Blutvergießen. Das ist das Letzte, das ein Land braucht. Wir nähern uns dem sechsten Jahrestag der Unabhängigkeit. Alle Konfliktparteien sind gefordert, eine Lösung zu finden und das Wohl und die Zukunft der südsudanesischen Kinder in den Vordergrund zu rücken“, so Perry Mansfield, Landesdirektor von World Vision im Südsudan.
 
Der Südsudan erklärte  im Jahr 2011 seine Unabhängigkeit vom Sudan und beendete damit den am längsten anhaltenden Bürgerkrieg Afrikas. Aber die Euphorie und Freude darüber hielt nicht lange an: Weniger als drei Jahre später brach erneut Gewalt im jüngsten Land der Welt aus. Die landwirtschaftliche Entwicklung wurde dadurch stark beeinträchtigt, die Hälfte der Bevölkerung hat dadurch nicht genug zu essen und ist von Nahrungsmittelhilfe abhängig. Viele Regionen sind aufgrund der Kämpfe für Hilfsorganisationen aber nur schwer erreichbar.
 
Durch Gewalt und Hunger mussten zwei Millionen Menschen innerhalb des Landes ihre Heimatdörfer verlassen. Weitere 1,8 Millionen Menschen flohen in die benachbarten Länder Uganda, Kenia und Äthiopien. Mehr als die Hälfte der Kinder, die noch im Land sind, bekommen keine Schulbildung. Ein Viertel der Schulen wurde im letzten Jahr geschlossen.
 
Chance, Zukunft zu gestalten
„Es ist nicht leicht, Dinge zu finden, die man an diesem Unabhängigkeitstag feiern kann", sagt Mansfield. "Kinder sind nach wie vor unvorstellbarer Gewalt ausgesetzt. Eine Million Kinder unter fünf Jahren ist akut unterernährt. Ohne schnelle Hilfe werden viele Kinder sterben müssen.“ 
 
Auch der 12-jährige John, der aus dem Südsudan nach Uganda geflohen ist, wünscht sich von seinen Landsleuten eine friedliche Einstellung: „Die Leute müssen sich als Bruder oder Schwester sehen. Wenn sie Meinungsverschiedenheiten haben, müssen diese diskutiert und gelöst werden. Kleine Kinder müssen lernen, dass Gewalt nicht die Antwort ist.“
 
“World Vision glaubt daran, dass der Südsudan ein friedliches und prosperierendes Land sein kann. Aber das ist nur möglich, wenn der Konflikt und die Hungerkrise beendet werden. Und auch die Ursachen, die zur Instabilität im Südsudan beitragen, müssen bearbeitet werden“, so Mansfield weiter.
 
World Vision ist vor Ort und unterstützt Kinder und ihre Familien im Südsudan sowie die Flüchtlinge in den Nachbarländern Uganda, Kenia und Äthiopien. Seit Anfang des Jahres konnte die Hilfsorganisation fast eine Million Menschen mit Nahrungsmitteln versorgen. Unter anderem werden auch Kinderschutzprogramme umgesetzt und Trainings in Konfliktlösung angeboten.
 
Möglichkeiten zur Hilfe für Kinder in Krisengebieten
Der Frieden ist derzeit in vielen Ländern in Gefahr: Weltweit gibt es 38 hochgefährliche Konflikte und immer mehr Kinder wachsen in Krisenregionen auf. World Vision Österreich bietet nun die Möglichkeit, Kinder in den gefährlichsten Regionen der Welt zu unterstützen. Als „Kindheitsretter“ spendet man 14 Euro pro Monat für Projekte, die Kinder vor Hunger, Ausbeutung, Gewalt und Krankheit schützen.
„Mehr als eine Milliarde Kinder pro Jahr überall auf der Welt leiden unter verschiedensten Formen von Gewalt. Auch extreme Gewalt an Kindern nimmt weiter zu“, so Claudia Brogyanyi, Marketingleiterin bei World Vision Österreich. „Als ‘Kindheitsretter‘ kann man Kindern in größter Not Hoffnung geben.“
 
Mehr Informationen dazu gibt es unter www.worldvision.at/kindheitsretter
 

FÜR REDAKTIONEN
Interviewmöglichkeiten: Kolleginnen und Kollegen aus dem Südsudan und den Flüchtlingsaufnahmeländern stehen für Interviews über Skype zur Verfügung.
 

Die Geschwister Isaac (14), Jackson (3), Peter (16), Moses (7), Simon (12), John (4) und Gabriel (8) sind ohne Eltern aus dem Südsudan nach Uganda geflohen. (. JPG )

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