28.07.2017

Demokratische Republik Kongo – Kinder müssen geschützt werden

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Wien, 28. Juli 2017 –  Der Konflikt in der Kasaï-Region der Demokratischen Republik Kongo (DRC) wird immer brutaler. Besonders Kinder sind in großer Gefahr und die Gewalt gegen sie eskaliert zusehends. Das Amt für die Koordinierung humanitärer Angelegenheiten (OCHA) der Vereinten Nationen hat diese Woche bestätigt, dass seit Juni 140 Kinder getötet wurden. Tatsächlich könnten noch viel mehr Kinder den Kämpfen zum Opfer gefallen sein, denn die UN haben auch mindestens 500 Fälle dokumentiert, in denen Mädchen und Buben als menschliche Schutzschilder missbraucht wurden. Eine aktuelle Untersuchung der internationalen Kinderhilfsorganisation World Vision zeigt, dass die vom Konflikt betroffenen Kinder dringend psychosoziale Unterstützung benötigen.
 
„Das ist in erster Linie eine Kinderschutzkrise. Und zwar eine der schlimmsten der Welt. Kinder werden getötet. Und die meisten, die in die Kämpfe verwickelt sind, sind unter 18 Jahre alt. Sie werden als erste Opfer dieser Gewalt“, sagt Trihadi Saptoadi, Co-Vorsitzender des Leitungskomitees der Globalen Partnerschaft für die Beendigung von Gewalt gegen Kinder und Wirkungsexperte bei World Vision International.
 
Der aktuelle Bericht ist eine Kontextanalyse basierend auf Interviews und Fokusgruppen mit Kindern, lokalen Akteuren, religiösen Führungspersönlichkeiten und Mitarbeitern von Hilfsorganisationen. Die Ergebnisse zeigen, dass Kinder dringend Hilfe brauchen, auch wenn sie bereits demobilisiert wurden oder den Milizen entkommen konnten. Es ist wichtig, sie vor weiteren Schäden zu schützen und ihre körperliche, emotionale und psychische Gesundheit wiederherzustellen bzw. zu erhalten. Ganze Gemeinden sind vereint durch gemeinsame Schicksale und Trauer. Denn viele von ihnen haben ein Familienmitglied verloren oder extreme Gewalt erleben müssen. Armen Gemeinden und demobilisierten Kindersoldaten nun keine Unterstützung zu geben, führe zu weiteren Problemen.
 
„Was diese Kinder nun brauchen, ist Unterstützung, damit sie sich wieder erholen können. Sie brauchen Frieden und Stabilität. Mediation und Friedensförderung ist notwendig – von der Regierung und Partnern. Dazu braucht es eine nachhaltige Finanzierung. Und ein klares Bekenntnis. Es ist nicht unmöglich, aber es muss jetzt passieren“, sagt Saptoadi. Alle beteiligten Akteure sind aufgefordert, alles dafür zu tun, dass Hilfsorganisationen ungehinderten Zugang zur Kasaï-Region haben, um den Kindern und ihren Familien zu helfen.
 
World Vision verstärkt den Einsatz in der Region. In Kasaï-Central wurde ein neues Büro eröffnet. Die Errichtung von acht Kinderschutzzentren ist in Planung. Dort können Kinder und Jugendliche sich an einem sicheren Ort von ihrem Trauma erholen.
 
Den gesamten Bericht finden Sie hier.
 

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