11.02.2014

12.2. Internationaler Tag gegen Kindersoldaten: Kongo-Report zeigt Kinder in Angst

Flüchtlinge

Viele verzweifelte Menschen hoffen in Europa auf eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder.

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Wien/Goma, 11. Februar 2014 – Kinder im Krisengebiet Ostkongo sind in großem Maßstab Opfer von Gewalt. Tod, Vergewaltigungen und Zwangsrekrutierungen als Kindersoldaten gehören für sie zum Alltag. Das zeigt ein Report der Kinderhilfsorganisation World Vision.

Für den Report „No One To Turn To“ hat World Vision rund 100 Kinder und Jugendliche in den Provinzen Nord- und Süd-Kivu befragt. Das Ergebnis ist erschreckend: 36 Prozent von ihnen haben als Opfer oder als Zeugen extreme Gewalt erlebt, 38 Prozent gaben an, ständig oder täglich in Angst zu leben.

„Es war zu erwarten, dass sich dieser Konflikt auf die Kinder auswirken würde. Aber das Ausmaß hat uns erschreckt“, sagt Frances Charles, Kinderrechte-Experte bei World Vision im Osten der Demokratischen Republik Kongo. „Die Gräueltaten, die von ihnen beschrieben werden – zu sehen, wie die Eltern getötet werden, von Zuhause flüchten zu müssen, überfallen zu werden – passieren so häufig, dass viele Kinder solche Ereignisse inzwischen als Alltag betrachten.“

In dem Report berichten Kinder von brutalen Tötungen, Vergewaltigungen und Zwangsrekrutierungen. Ihre Aussagen spiegeln die offiziellen Zahlen wieder: Nach UN-Angaben wurden 2013 im Kongo 151 Kinder getötet oder verstümmelt. Rebellen oder Regierungssoldaten vergewaltigten 260 Mädchen. Eine zunehmende Zahl von Jungen und Mädchen wird auch gezwungen, sich als Kindersoldaten bewaffneten Rebellentruppen anzuschließen: 2012 waren es nach offiziellen Angaben 600, 2013 waren es 1.000. Die Dunkelziffern liegen bei allen Delikten aber weit höher. World Vision veröffentlicht den Report anlässlich des internationalen „Red Hand Days“, dem internationalen Tag gegen den Einsatz von Kindern als Soldaten.

Nahezu jedes der befragten Kinder (96 Prozent) musste sein Zuhause unter Zwang verlassen. Der Großteil ist mehrfach geflüchtet. Sie teilen das Schicksal eines ganzen Landes: In der Demokratischen Republik Kongo sind derzeit 1,5 Millionen Menschen auf der Flucht.

 

Mit dem Schicksal völlig allein gelassen

Mehr als die Hälfte der Kinder sind mit ihrem Leid völlig allein. Sie haben keine Eltern oder erwachsene Verwandte, an die sie sich wenden können. Deshalb, so Charles, sei Unterstützung und Schutz für sie jetzt überlebensnotwendig. Durch die andauernde Gewalt

laufen sie sonst Gefahr, bleibende körperliche und psychische Schäden davon zu tragen, heißt es in dem Report.

 

 

Aussagen von Kindern aus dem Report
„Seit ich vergewaltigt wurde, habe ich immerzu Angst. Jedes Mal, wenn ich ein lautes Geräusch höre, wenn zum Beispiel ein Teller runterfällt, zieht es mir das Herz zusammen. Ich habe ständig Angst, weil die Kämpfe nicht aufhören.“ (Laini, 14 Jahre alt)

„Ich hörte Schüsse und rannte mit meiner Mutter los. Ich war meiner Mama ein Stück voraus, sie haben sie getötet. Dann, auf der Flucht, vergewaltigten mich zwei bewaffnete Männer, und ich wurde schwanger.“ (Mapendo, 16 Jahre alt)

„Bewaffnete Männer kamen. Ich sah, wie sie die Erwachsenen nahmen, sie mit ihren eigenen Kleidern an Armen und Beinen fesselten, und wie sie ihnen dann mit Hämmern die Köpfe einschlugen.” (Patrick, 12 Jahre alt)

„Am meisten haben wir Angst davor, vergewaltigt zu werden. Weil das nicht nur eine Person ist, die das macht. Es können mehr als zehn Menschen oder bewaffnete Männer sein, die unter Drogen stehen. Und wir sind nur kleine Mädchen” (Zabibu, 14 Jahre alt).

Ausstellung „ich krieg dich – Kinder in bewaffneten Konflikten“ 12.2. bis 28.2.2014
Millionen von Kindern sind weltweit täglich von Kriegen betroffen. World Vision nimmt diese Situation zum Anlass und möchte mit ihrer Ausstellung ein Bewusstsein für die Auswirkungen von Kriegen und bewaffneten Konflikten auf Kinder und Jugendliche schaffen. Obwohl Kriegsereignisse durch die Medien heutzutage fast live miterlebt werden können, bleibt die Situation der Kinder und die Auswirkungen des Krieges auf ihr Leben schwer vorstellbar. Die Ausstellung zeigt anhand von Bildern und O-Tönen von Kindern aus Uganda, der Demokratischen Republik Kongo, dem Libanon und Afghanistan die besonderen Herausforderungen, mit denen Kinder im Krieg konfrontiert werden.

Ausstellungseröffnung:   12.2.2014, 19:00 Uhr
                                           Heeresgeschichtliches Museum
                                           1030 Wien – Arsenal
                                           www.hgm.or.at

Hinweise für Redakteure / Download – Report No One To Turn To (englisch) steht auf http://www.worldvision.at/_downloads/allgemein/No_One_To_Turn_To.pdf zum Download bereit.

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Viele verzweifelte Menschen hoffen in Europa auf eine bessere Zukunft für sich und ihre Kinder.

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