13.03.2018

7 Jahre Syrienkrise: Neuer Bericht zeigt Ausmaß der täglichen Härte für syrische Flüchtlingskinder

World Vision sprach mit mehr als 1.200 Kindern, die vom Konflikt betroffen sind. Der Bericht „Beyond Survival“ zeigt das Ausmaß der täglichen Härte und Herausforderungen für syrische Kinder.

7 Jahre Krieg in Syrien - Millionen Kinder brauchen Unterstützung.

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Amman/Wien, 15. März 2018 – Der Konflikt in Syrien geht in sein achtes Jahr. Kinder müssen unvorstellbare Dinge erleben. Diese täglichen Belastungen und traumatisierenden Erfahrungen können einen irreversiblen Einfluss auf das langfristige emotionale und körperliche Wohlbefinden der Kinder haben.

World Vision sprach mit mehr als 1.200 syrischen Kindern und Jugendlichen zwischen 11 und 17 Jahren in Syrien, im Libanon und in Jordanien, um herauszufinden, was sie am meisten belastet. Die Ergebnisse finden sich in dem aktuellen Bericht „Beyond Survival“, der heute veröffentlicht wurde.

„Wir haben hier mit der größten Kinderschutzkrise unserer Zeit zu tun. Es gelingt weiterhin nicht, das Leben, die Kindheit und die Zukunft der syrischen Kinder zu schützen“, sagt Wynn Flaten, Leiter der Syrienhilfe bei World Vision. „Der Schutz des Lebens dieser Kinder ist und sollte Priorität haben, aber wir müssen darüber hinausgehen. Sie sollten nicht nur überleben, sondern auch ein glückliches, gesundes und produktives Leben führen können. "

Mehr als 5,5 Millionen Syrer sind aus dem Land geflohen, die Hälfte davon sind Kinder. Laut Vereinten Nationen sind weitere sechs Millionen Menschen innerhalb Syriens auf der Flucht und haben ihre Häuser auf der Suche nach sicheren Orten verlassen.

Der Bericht „Beyond Survival“ zeigt auf, wie der Konflikt das Lebensumfeld und die sozialen Strukturen von Kindern dramatisch verändert hat. „Kinder haben uns erzählt, dass sie an neue Orte ziehen mussten und dort nun auf engem Raum leben. Sie besuchen ihnen unbekannte oder überhaupt keine Schulen. Und sie vermissen Familienmitglieder sowie Freunde, die einst Teil ihres Lebens waren", erzählt Flaten.

Gewalt zu Hause und in der Schule
Die Umfrage ergab, dass in Syrien 50 Prozent der Kinder häusliche Gewalt erlebt haben. Im Libanon berichten 39 Prozent und in Jordanien 15 Prozent der befragten Kinder von gewalttätigen Erziehungsmaßnahmen in der Familie. Von denen, die in Syrien zur Schule gehen, haben 42 Prozent eine gewaltsame Disziplinierung durch Lehrer oder anderes Schulpersonal erlebt.

Mehr als die Hälfte der befragten Kinder haben zudem angegeben, keinen Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen zu haben.

Leben auf engstem Raum und Kinderarbeit
Überfüllte Behausungen sind in allen drei Ländern weit verbreitet: Mehr als 70 Prozent der befragten Kinder leben unter solchen Bedingungen. Diese Kinder erleben doppelt so häufig häusliche Gewalt wie andere.
 
„Gerade zu Hause sollten sich Kinder sicher fühlen“, sagt Flaten. „Aber stattdessen müssen Kinder nicht nur mit ihren eigenen Stresssituationen umgehen, sondern bekommen oft auch die Auswirkungen der angespannten familiären Situation zu spüren. Erschreckenderweise sehen viele Kinder solche `Belastungen` als einen normalen Aspekt ihres neuen Lebens an.“

Auch Kinderarbeit ist ein großes Thema. Im Libanon gaben 55 Prozent an, dass sie bereits gearbeitet haben oder derzeit arbeiten. In Jordanien sind es 11, in Syrien 8 Prozent.

Richtige politische, programmatische und finanzielle Investitionen
Der Bericht identifiziert klare Themenbereiche, die Geber und Regierungen priorisieren können. Die richtigen politischen, programmatischen und finanziellen Investitionen können die Auswirkungen der vorherrschenden Gewalt langfristig positiv beeinflussen. Vor allem für Mädchen und Buben, welche die Hauptlast dieses Konflikts tragen.

 „Trotz allem, was Syriens Kinder jeden Tag erleben mussten und auch weiterhin müssen, sind sie eine Quelle der Hoffnung für die Zukunft des Landes. Aber es besteht das Risiko, dass sie sich nie vollständig von diesem Konflikt erholen werden. Wir sind an einem Punkt, an dem wir sofort handeln müssen, um das zu verhindern“, ergänzt Flaten.

World Vision startete 2011 mit der Unterstützung syrischer Flüchtlingskinder und -familien. 2017 erreichte die internationale Hilfsorganisation im Rahmen der Syrienhilfe mehr als 2,2 Millionen Menschen in Syrien, im Libanon, in Jordanien, in der Türkei und im Irak – darunter rund 1,3 Millionen Kinder. Diese Arbeit umfasste unter anderem psychosoziale Unterstützung und Kinderschutzprojekte sowie Zugang zu sauberem Wasser, sanitären Einrichtungen, Gesundheitsdiensten und Bildung. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.
 

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Der Bericht „Beyond Survival“ zeigt das Ausmaß der täglichen Härte und Herausforderungen für syrische Kinder.

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