19.06.2017

Weltflüchtlingstag: Kunstprojekt in Uganda bringt Farbe in den tristen Alltag der Flüchtlingskinder

In Bidibidi im Norden Ugandas leben 280.000 südsudanesische Flüchtlinge – 68 Prozent von ihnen sind Kinder. Das Kunstprojekt brachte Farbe in den tristen Alltag.
In Bidibidi im Norden Ugandas leben 280.000 südsudanesische Flüchtlinge – 68 Prozent von ihnen sind Kinder. Das Kunstprojekt brachte Farbe in den tristen Alltag.

Wien/Kampala, 19. Juni 2017 –  Im Vorfeld des Weltflüchtlingstages brachte World Vision in Kooperation mit der Online-Community „Apartial“ mit dem Projekt "A Brighter Future" Farbe und Hoffnung in die größte Flüchtlingssiedlung der Welt.
•Eine halbe Million Kinder sind aus dem Südsudan nach Uganda geflohen
•Viele von ihnen waren direkt oder indirekt massiver Gewalt ausgesetzt 
•Beim Projekt #ABrighterFuture konnten junge Flüchtlinge mit Unterstützung internationaler Street Art-Künstler ihren Geschichten Ausdruck verleihen.
 
Wien/Kampala, 19. Juni 2017 –  Im Vorfeld des Weltflüchtlingstages brachte World Vision in Kooperation mit der Online-Community „Apartial“ Farbe und Hoffnung in die größte Flüchtlingssiedlung der Welt. In Bidibidi im Norden Ugandas leben 280.000 südsudanesische Flüchtlinge – 68 Prozent von ihnen sind Kinder.
 
Ein Gefühl von Hoffnung durch Kunst
Ziel des Projekts #ABrighterFuture war es, den Kindern zu helfen, ihre Geschichten zu erzählen. Sie bildeten Arbeiten angesehener internationaler Street Art-Künstler nach, unter anderem von Maser (Irland), Seth (Frankreich), JR (Frankreich), Herakut (Deutschland), Slinkachu (Großbritannien), Sandra Chevrier (Kanada) and Candy Chang (USA).
 
„Diese Kinder haben sehr viel durchgemacht. Viele von ihnen mussten mitansehen, wie ihre Eltern und Geschwister ermordet wurden. Manche haben eine Entführung überlebt. Die Teilnahme an diesem Projekt gibt ihnen ein Gefühl von Hoffnung“, sagt James Kamira, Kinderschutzkoordinator bei World Vision Uganda.
 
Der irische Künstler Maser arbeitete direkt mit den jungen Flüchtlingen und gestaltete ein Kinderschutzzentrum von World Vision in seinem typischen Stil komplett neu: bunte Farben und abstrakte, geometrische Formen. In Kinderschutzzentren erhalten Kinder psychosoziale Unterstützung, Training in Konfliktbewältigung sowie Vorschulbildung. Es sind sichere Plätze, an denen die Kinder spielen und vertrauensvoll, um Hilfe fragen können.
 
„Ich liefere nur die Vorlage und lasse dann die Kinder übernehmen, es ist schließlich ihr Platz. Das Kunstwerk ist ein Werkzeug – ein Vermittler für Gespräche und neue Erfahrungen“, erklärt Maser, der auf der ganzen Welt bereits großflächige Werke gestaltet hat.
 
Mit der Erlaubnis von anderen Künstlern haben Maser und Mark Leonard (Mitgründer von Apartial) den Kindern die nötigen Techniken beigebracht, um deren bekannteste Werke nachzubilden.
 
Die 16-jährige Lina ist aus Juba geflohen, als ihr Vater ermordet wurde. Seitdem lebt sie alleine in der Flüchtlingssiedlung Bidibidi. Inspiriert vom Werk „Fragile Heroes“ der kanadischen Künstlerin Sandra Chevrier hat Lina ein Selbstporträt kreiert. „Ich mag das Bild sehr. Es hat mir so viel Spaß gemacht, daran zu arbeiten. Ich habe dabei gar nicht an die Vergangenheit gedacht“, erzählt sie.
 
100 unbegleitete Flüchtlingskinder pro Tag
World Vision geht davon aus, dass täglich mehr als 100 von ihren Familien getrennte und unbegleitete geflüchtete Minderjährige wie Lina aus dem Südsudan nach Uganda kommen. Wenn sie ankommen, sind sie zwar vor Krieg sicher, aber oft anderen Formen von Gewalt ausgesetzt.
 
„World Vision vermittelt diese unbegleiteten Minderjährige vorübergehend an Pflegefamilien. Wir machen geeignete Flüchtlingsfamilien ausfindig und beobachten weiterhin das Wohlergehen der Kinder“, sagt Gilbert Kamanga, Nationaldirektor von World Vision Uganda.
 
Uganda hat eine der progressivsten Flüchtlingspolitiken der Welt. Das Land lässt die Grenzen nach wie vor offen. Flüchtlingsfamilien bekommen ein Stück Land, eine Arbeitsbewilligung sowie Zugang zu Gesundheitsdienstleistungen und Bildung.
 
“Die international Gemeinschaft sollte diese Bemühungen zur Kenntnis nehmen und die Verantwortung für diese Krise sofort teilen. Die Hilfe ist nur zu 15 bis 16 Prozent finanziert. Als Konsequenz mussten die ugandische Regierung und das Welternährungsprogramm die ohnehin wenigen Nahrungsmittelrationen weiter reduzieren“, so Gilbert Kamanga. „Es ist ein Fehler, diese Krise zu ignorieren. Das Wohl der Kinder muss im Mittelpunkt stehen.“
 
Weitere Fotos zum Download finden Sie hier.
 
 
World Vision bittet um Spenden:
 
World Vision Österreich
Erste Bank
IBAN: AT22 2011 1800 8008 1800
BIC/Swift: GIBAATWW
Kennwort: Hunger in Afrika
 
Oder online unter: http://www.worldvision.at/hungersnot-afrika-2017
 

Kontakt

Mag. Tanja Zach
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: 01/522 14 22 - 210
Mobil: 0664/833 94 11

Downloads

In Bidibidi im Norden Ugandas leben 280.000 südsudanesische Flüchtlinge – 68 Prozent von ihnen sind Kinder. Das Kunstprojekt brachte Farbe in den tristen Alltag.