08.11.2017

Bangladesch: Flüchtlingskinder aus Myanmar immer öfter Opfer von Menschenhandel

Kinderschutz muss absolute Priorität haben!
Razia hat Angst um ihre Töchter Fiza und Heena. Die Familie lebt in einem Flüchtlingslager in Bangladesch.
Razia hat Angst um ihre Töchter Fiza und Heena. Die Familie lebt in einem Flüchtlingslager in Bangladesch.

Cox‘s Bazar/Wien, 8. November 2017 – Aktuelle Berichte aus Bangladesch schrecken auf: Immer öfter werden Flüchtlingskinder aus Myanmar in den Camps Opfer von sexuellen Übergriffen und Menschenhandel.
Cox‘s Bazar/Wien, 8. November 2017 – Aktuelle Berichte aus Bangladesch zeigen erschütternde Fakten auf: Immer öfter werden Flüchtlingskinder aus Myanmar in den Camps Opfer von sexuellen Übergriffen und Menschenhandel.
 
„Als meine 4-jährige Tochter Fiza* nachts um 1 Uhr plötzlich aufschrie, sah ich nur noch eine dunkle Gestalt aus unserer Behausung davonrennen“, erzählt die 35-jährige Mutter Razia*. Übergriffe wie diese ereignen sich laut Berichten von NGOs immer häufiger in den Flüchtlingslagern der Rohingyas.
 
„Kinderheirat und Ausbeutung von Kindern sowie Menschenhandel stehen heute klar im Mittelpunkt dieser Flüchtlingskrise. Es sind verschiedene Kinderhandelsgruppen in der Region aktiv. Kinder und Jugendliche – insbesondere Mädchen – sind also ganz besonders gefährdet, Opfer von Menschenhandel zu werden“, sagt Tanzina Akter, nationale Koordinatorin für Kinderschutz bei der Kinderhilfsorganisation World Vision in Bangladesch.
 
Gefahr von Missbrauch, Menschenhandel und Ausbeutung
Es sei allgemein bekannt, dass eine erschreckend große Anzahl an Vertriebenen und unbegleiteten Kindern sexuell missbraucht, gehandelt und ausgebeutet würde. Und Kinder, die aus Myanmar fliehen, seien keine Ausnahme, so die World Vision-Mitarbeiterin.
 
Seit Ende August haben mehr als 600.000 Menschen, größtenteils Angehörige der muslimischen Minderheit der Rohingyas, die Grenze nach Bangladesch überschritten, um der Gewalt in Myanmar zu entkommen. 60 Prozent davon sind Kinder und viele wurden von ihren Eltern getrennt. „Das bedeutet, dass sie einfache Ziele für Menschenhändler sind. Sie brauchen viel mehr Sicherheit, als es derzeit der Fall ist“, sagt Tanzina Akter.
 
Laut UNHCR haben internationale Geber 344 Millionen US-Dollar an humanitärer Hilfe für die Flüchtlinge zugesagt. „Innerhalb dieser Finanzierung muss es eine Verpflichtung geben, das spezifische Problem des Kinderschutzes anzugehen“, fordert Jared Berends, Einsatzleiter bei World Vision Bangladesch.

 
*Name geändert.

Gesprächspartner vor Ort sind verfügbar (englische Sprache). Bei Interesse wenden Sie sich bitte an tanja.zach@wveu.org, 0664-833 94 11

Kontakt

Mag. Tanja Zach
Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: 0664/833 94 11

Downloads

Razia hat Angst um ihre Töchter Fiza und Heena. Die Familie lebt in einem Flüchtlingslager in Bangladesch.