20.11.2017

Weltkindertag: 1,7 Milliarden Kinder sind weltweit von Gewalt betroffen

1,7 Milliarden Kinder sind von Gewalt betroffen
1,7 Milliarden Kinder sind von Gewalt betroffen

Wien, 20. November 2017 – Die internationalen Jugendbotschafter von World Vision rufen in einem neuen Bericht zur Beendigung von Gewalt gegen Kinder auf. „Jedes Kind zählt“ ist ein Report von Jugendbotschaftern, den die Kinderhilfsorganisation heute anlässlich des Weltkindertages veröffentlicht.
Wien, 20. November 2017 – Die internationalen Jugendbotschafter von World Vision rufen in einem neuen Bericht zur Beendigung von Gewalt gegen Kinder auf. „Jedes Kind zählt“ ist ein Report von Jugendbotschaftern, den die Kinderhilfsorganisation heute anlässlich des Weltkindertages veröffentlicht.
 
In diesem Bericht stellen die Botschafter Gewalt gegen Kinder in ihren vielfältigen Formen dar. Eindrücklich schildern sie etwa die Folgen von sexualisierter Gewalt, aber auch von Kinderarbeit oder Cyber-Mobbing. In ihren Geschichten stellen die 21 Jugendbotschafter im Alter von 13 bis 18 Jahren auch dar, wie sie sich selbst gegen Gewalt an Kindern engagieren. Und sie rufen die Kinder dieser Welt auf, nicht länger Gewalt hinzunehmen. 

Kinderstimmen gegen Gewalt
So schreibt die 16-jährige Mary Hannah aus dem Bürgerkriegsland Südsudan: „Besonders Mädchen sind von dem Konflikt betroffen; sie erleiden mehr Gewalt, weil sie vergewaltigt werden und einige von ihnen sterben. Manche Mädchen werden vergewaltigt, und andere werden zur Prostitution gezwungen.”
 
Die 14-jährige Olga aus Guatemala weiß von vielen Gewalterfahrungen, die Kinder erleiden, wenn sie ihr Heimatland verlassen müssen: „Migration betrifft uns, weil Erwachsene, die gezwungen sind zu migrieren, uns zurücklassen. Wir geraten in Gefahr, wenn wir versuchen, ihnen zu folgen. Um zu migrieren, müssen wir Wüsten durchqueren, wo wir sterben können. Es gibt auch Menschenhändler, die Jungen und Mädchen abholen und sie verkaufen oder vergewaltigen.“
 
1,7 Milliarden Kinder von Gewalt betroffen
Die Organisation „Know Violence in Childhood” hat kürzlich in einer weltweiten Erhebung festgestellt, dass 1,7 Milliarden Kinder von Gewalt betroffen sind. Das bedeutet: drei von vier Kindern haben zumindest eine Form von Gewalt erfahren müssen. Die Auswirkungen dieser Gewalterfahrungen auf die psychische und physische Entwicklung von Kindern sind enorm.
 
„Kinder leiden am meisten unter den Auswirkungen von Konflikten – egal in welcher Form sie betroffen sind. Sie schaffen es oftmals kaum, danach wieder eine unbeschwerte Kindheit wiederzuerlangen”, sagt Patricio Cuevas-Parra, Experte für Kinderrechte bei World Vision. „Wir sehen das in vielen Teilen der Welt. Unter anderem in der Kasai-Provinz in der DR Kongo und auch in den Flüchtlingscamps in Bangladesch.“ 
 
DR Kongo: Kinder hoffen auf bessere Zukunft
In der DR Kongo fühle es sich oft so an, als ob man einen Schritt vor und zwei zurück machen würde. So beschreibt der Leiter des World Vision-Büros, Scott Lout, die Situation. „Einerseits gibt es Fortschritte und einen Rückgang bei der Rekrutierung von Kindersoldaten – denn Kinder werden nicht mehr von der nationalen Armee rekrutiert. Aber sehr wohl noch von anderen bewaffneten Gruppen. Wir hören schreckliche Geschichten von ehemaligen Kindersoldaten. Kinder wurden gezwungen zu kämpfen, wurden aus ihren Häusern vertrieben und haben mitansehen müssen, wie Familienmitglieder erschossen oder enthauptet wurden. Viele der Kinder sind nach diesen traumatisierenden Erlebnissen nicht einmal mehr in der Lage zu sprechen.“ 
 
Aber es bestünde Hoffnung, sagt Lout: „Die Wünsche und Ziele dieser Kinder sind, wieder zur Schule zu gehen und mit ihren Familien vereint sein zu können. Sie hoffen nach wie vor auf eine bessere Zukunft, auf ein besseres Leben. Wir müssen alles dafür tun, dass dies auch möglich wird.“
 
Internationale World Vision-Kampagne zur Beendigung der Gewalt gegen Kinder
Der aktuelle Report ist Teil der internationalen Kampagne von World Vision: „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden“. Diese Kampagne verfolgt das Ziel, Kindern in bewaffneten Konflikten Schutz und Förderung zu gewähren. Dazu ist unter anderem notwendig, dass Schulen in Konfliktregionen geschützt, Kinder in Friedensprozesse einbezogen und Kleinwaffenexporte verboten werden. 
 
 

Kontakt

Mag. Tanja Zach
Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: 0664/833 94 11

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