25.11.2017

Bangladesch/Myanmar: Rückkehr der Flüchtlinge muss sicher und freiwillig erfolgen

World Vision unterstützt die geflüchteten Menschen unter anderem mit Nahrungsmittelhilfe
World Vision unterstützt die geflüchteten Menschen unter anderem mit Nahrungsmittelhilfe

Cox’s Bazar/Wien, 25. November 2017 – Am vergangenen Donnerstag wurde die Erklärung des Außenministeriums von Bangladesch über eine Einigung mit der Regierung von Myanmar veröffentlicht: Die vor Gewalt geflüchteten Menschen sollen innerhalb von zwei Monaten in ihre Heimat rückgeführt werden. Die internationale Hilfsorganisation World Vision fordert beide Regierungen dazu auf, das Recht aller Flüchtlinge auf eine sichere, freiwillige und würdige Rückkehr in Übereinstimmung mit internationalen humanitären Standards zu respektieren.
Cox’s Bazar/Wien, 25. November 2017 – Am vergangenen Donnerstag wurde die Erklärung des Außenministeriums von Bangladesch über eine Einigung mit der Regierung von Myanmar veröffentlicht: Die vor Gewalt geflüchteten Menschen sollen innerhalb von zwei Monaten in ihre Heimat rückgeführt werden. Die internationale Hilfsorganisation World Vision fordert beide Regierungen dazu auf, das Recht aller Flüchtlinge auf eine sichere, freiwillige und würdige Rückkehr in Übereinstimmung mit internationalen humanitären Standards zu respektieren.

„Bei der Überprüfung der Personen sollte bedacht werden, dass viele Dokumente bei den Gewaltausbrüchen zerstört wurden“, sagte Fred Witteveen, Landesdirektor von World Vision in Bangladesch. „Es ist unrealistisch, anzunehmen, dass Leute, die vor extremer Brutalität geflohen sind, irgendwelche Dokumente gerettet haben.“

Seit Ende September arbeitet World Vision gemeinsam mit Partnern daran, die geflüchteten Menschen, die meisten von ihnen Rohingya, mit Hilfsgütern zu versorgen. 135.000 Menschen wurden bereits erreicht. „Unabhängig davon, auf welcher Seite der Grenze sie sich befinden, wird sich ihre Lage wenig ändern. Der Bedarf an humanitärer Hilfe könnte sogar steigen, wenn die Rückkehr nicht sicher, geordnet und freiwillig erfolgt", so Witteveen. „Und selbst wenn diese Bedingungen erfüllt sind, werden unterernährte Kinder immer noch unterernährt sein. Diejenigen, die vergewaltigt, sexuell missbraucht und geschlagen wurden, werden weiterhin medizinische Hilfe sowie psychologische Unterstützung benötigen und verwaiste Kinder werden immer noch ohne Eltern sein. Infektionen und andere Beschwerden mögen vielleicht gelindert werden, aber es wird vieles zurückbleiben. "

Mehr als 800.000 Menschen leben derzeit in den provisorischen Siedlungen, folgende Bedürfnisse sind die dringendsten: wetterfeste Unterkünfte, verstärkte Maßnahmen zum Schutz von Kindern vor Ausbeutung, Lebensmittel und eine Verbesserung von Wasser- und Sanitärversorgung. „Wir setzen unseren derzeitigen Nothilfeeinsatz fort und beobachten die Entwicklungen nach den neuesten Verlautbarungen und wie sich diese auf die Menschenzahlen auswirken. Unsere Priorität bleibt unverändert: Die Kinder, die zurückkehren, sowie diejenigen, die in Bangladesch bleiben, müssen vor Gewalt geschützt werden. Das ist die moralische, rechtliche und ethische Pflicht aller beteiligten Parteien“, erklärt Witteveen.

Reaktionen der Flüchtlinge
In den fünf Flüchtlingssiedlungen, in denen World Vision arbeitet, gab es gemischte Reaktionen seitens der Flüchtlinge, was eine eventuelle Rückkehr betrifft. (Die folgenden Namen wurden geändert.)

Die 20-jährige Rahana, die nach dem Verschwinden ihres Mannes noch immer auf ein Zeichen von ihm wartet, ist fest überzeugt: „Wir werden niemals zurückkehren. Wir haben so viel gelitten und so viel Schmerz erfahren.“ 

Der 33-jährige Mohd Aslam sehnt sich hingegen nach der einstigen Normalität: „Zuhause habe ich ganz normal auf meiner Farm gearbeitet. Hier sind wir von Hilfsgütern abhängig, weil wir nicht arbeiten dürfen. Nichts ist mehr wie früher. Ich hoffe, wir können eines Tages zurückkehren und ein Leben führen, wie wir es vor Ausbruch der Gewalt getan haben.“

Mohd Rashique, der seinen 2-jährigen Neffen auf der Flucht verlor, erzählte World Vision: „Alles was wir wollen, ist Frieden in der Region und ein Recht darauf, in unserem Land zu leben, damit wir damit beginnen können, unser Leben wiederaufzubauen.“
 

Kontakt

Mag. Tanja Zach
Öffentlichkeitsarbeit
Mobil: 0664/833 94 11

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