30.07.2015

1 Jahr Ebola: Es bleibt noch viel zu tun

Die Ebola-Neuansteckungszahlen in Sierra Leone sind die niedrigsten seit einem Jahr.

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Freetown/Wien, 30. Juli 2015 – Heute vor genau einem Jahr hat die Regierung in Sierra Leone aufgrund von Ebola den Gesundheitsnotstand ausgerufen. Bis heute hat das Ebola-Virus über 11.000 Menschen das Leben gekostet. Alleine in Sierra Leone wurden 13.290 Krankheitsfälle gezählt, es starben 3.951 Personen. In der Woche vom 20. bis zum 26. Juli 2015 wurden in Guinea und Sierra Leone 7 Neuansteckungen gemeldet – das entspricht der niedrigsten Zahl seit über einem Jahr. World Vision setzte im Kampf gegen die Ausbreitung der Krankheit vor allem auf die Einbindung der örtlichen Bevölkerung. Mit Erfolg: keines der 58.000 Kinder in den World Vision-Regionalentwicklungsgebieten in Bo, Bonthe, Kono und Pujehun hat sich mit dem Ebola-Virus angesteckt, da sie von Beginn der Krise an gut informiert waren.

"Wir sind sehr stolz auf unsere Partner in den Gemeinden – Eltern, Lehrer, Stammesführer, religiöse Führungspersönlichkeiten und Regierungsbeamte – in den Bezirken Bo, Bonthe, Pujehun und Kono. Gemeinsam haben wir erfolgreich dazu beigetragen, dass in diesen Bezirken seit Monaten keine neuen Ebola-Fälle auftreten", sagt Leslie Scott, Nationaldirektor von World Vision Sierra Leone.

Langjährige Arbeit in Sierra Leone
World Vision ist seit über 20 Jahren mit Projekten der langfristigen Entwicklungszusammenarbeit in Sierra Leone aktiv. Auf dieses umfassende Netzwerk konnte sofort nach Ausbruch der Krankheit zurückgegriffen werden. "Anfangs grassierten Gerüchte und die Leute wussten nicht, was oder wem sie glauben sollten", erzählt Leslie Scott von der Zeit nach dem Ebola-Ausbruch. "Die Angst und die Fehlinformationen waren tödlich. Ich erinnere mich an Leichen in den Straßen von Freetown. Auch die internationalen Experten waren sich anfangs nicht sicher, wie sie reagieren sollten", so Scott. "Die Menschen wendeten sich in dieser Zeit an diejenigen, die sie respektieren und denen sie vertrauen. Wir haben  Gemeindeoberhäupter in Ebola-Prävention geschult und sie mit den notwendigen Informationen und Mitteln ausgestattet, die sie benötigten, um Leben zu retten."

Mit dem Hilfseinsatz in Sierra Leone erreichte World Vision in enger Zusammenarbeit mit der Regierung rund 1,56 Millionen Menschen. Neben Schulungen für Gesundheitspersonal, Aufklärungskampagnen, Verteilung von Schutzausrüstungen und Hygiene-Kits wurden unter anderem auch Bestattungsteams geschult, wie sichere und würdevolle Beerdigungen durchgeführt werden können.

"Wir werden den Kampf gegen Ebola gewinnen, aber es ist noch nicht vorbei", sagt Scott. "Eine solche Einbindung der Bevölkerung ist nicht nur notwendig, um Ebola in ganz Sierra Leone einzudämmen, sondern auch um unsere nationalen Strukturen so aufzubauen, dass derartige Krisen künftig verhindert werden können."

World Vision fordert an diesem traurigen Jahrestag die Regierung in Sierra Leone dazu auf, während dieser Wiederaufbauphase nach der Epidemie in die Bereiche Gesundheit, Bildung und soziale Sicherheit zu investieren, um die Lebensumstände der Menschen zu verbessern.

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