12.02.2019

Red Hand Day: Neuer Bericht über den Einsatz von Kindersoldaten

Neuer Bericht von World Vision über den Einsatz von Kindersoldaten

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Wien, 12. Februar 2019 – Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision veröffentlicht am heutigen Red Hand Day (Int. Tag gegen den Einsatz von Kindersoldaten) einen aktuellen Bericht, wie und warum Kinder immer noch in bewaffneten Konflikten rekrutiert werden oder sich eigenständig militanten Gruppen anschließen. In dem Report wird auch ausführlich dargestellt, was gegen die Rekrutierung getan werden muss.
 
Der Bericht heißt „No Choice; It takes a world to end the use of child soldiers” und ist Teil der internationalen World Vision-Kampagne „It takes a world to end violence against children” (deutscher Titel „Jeder Einzelne zählt, um Gewalt gegen Kinder zu beenden”). Darin werden sowohl persönliche Erfahrungsberichte ehemaliger Kindersoldaten als auch zahlreiche übersichtliche Statistiken und Grafiken aus davon betroffenen Staaten präsentiert.
 
„Wir haben festgestellt, dass ganz viele Kinder keine wirkliche Wahl haben. Man verspricht Ihnen Bildung, Schutz, eine Zukunft oder ein Einkommen für ihre Familien – Dinge, von denen sie nur träumen können“, sagt Andrew Hassett, Leiter der „It takes a world“-Kampagne von World Vision. „Die künftigen Kindersoldaten werden mit Hoffnung und Zugehörigkeit angelockt. Sobald sie erst einmal involviert sind, ist die Flucht schwierig und mit Gefahren verbunden.“
 
Warum werden Kinder zu Kindersoldaten?
Warum sich Buben und Mädchen bewaffneten Gruppen anschließen, geschieht aufgrund verschiedener Faktoren: kein Zugang zu Bildung, Armut, Mangel an lebensnotwendigen Gütern wie Nahrung, anhaltende Unsicherheit und Vertreibung, Erwartungsdruck der Gemeinschaft, Zerrüttung der Familie oder Rachegedanken. Diese Faktoren unterscheiden sich je nach Kontext und Kind, auch Alter und Geschlecht spielen eine wichtige Rolle. Die Studie zeigt, dass es im Allgemeinen nicht nur einen Faktor gibt, der ein Kind zum Beitritt bringt, sondern ein Zusammenspiel aus mehreren.
 
„Es ist eine alarmierende Erkenntnis, dass wir in einer Welt leben, in der Kinder manchmal ihre besten Chancen im Leben sehen, wenn sie sich einer bewaffneten Gruppe anschließen. Diese Kinder wachsen quasi unsichtbar auf”, so Hasset. „Aber wir sind überzeugt, dass dies nicht so sein muss. Unser Bericht zeigt auf, was Regierungen tun müssen, um zu verhindern, dass Kinder gezwungen werden, sich bewaffneten Gruppen anzuschließen. Wir hoffen, dass wir gemeinsam die Rekrutierung von Kindersoldaten beenden können. Und unsere Arbeit mit ehemaligen Kindersoldaten zeigt, dass es Hoffnung für die Kinder gibt, die in diese Situationen gezwungen wurden.“
 
Regierungen müssen aktiv werden
World Vision fordert, dass Regierungen aktiv in Bildung, Friedensförderung und Entwicklungsmöglichkeiten für Kinder investieren. Zudem muss Präventionsarbeit erfolgen –
sowohl auf der Makroebene (Konfliktlösung, Bearbeitung größerer Ungleichheitsprobleme, Stärkung der nationalen Schutzsysteme) als auch auf der Mikroebene (Stärkung des gemeindebasierten Schutzes, Zugang zu Bildung, Dialog zwischen den Generationen, Wandel der sozialen Normen, Arbeit mit Eltern, psychosoziale Unterstützung, Erhaltung und Aufbau von Lebensgrundlagen). Es geht also darum, systematisch gegen die Gründe für eine Rekrutierung von Kindern vorzugehen. Darüber hinaus muss sichergestellt werden, dass demobilisierte Kinder nicht wieder zu bewaffneten Gruppen zurückkehren.
 
Reintegrationsprogramme für ehemalige Kindersoldaten
Im vergangenen Jahr wurden weltweit mehr als 10.000 Kinder von World Vision und anderen Organisationen unterstützt, nachdem sie bewaffnete Gruppen verlassen hatten. Reintegrationsprogramme helfen dabei, dass ehemalige Kindersoldaten wieder einen Platz in der Gesellschaft finden. Neben psychosozialer Unterstützung, Familienzusammenführung und Aufklärungsarbeit mit Gemeinden werden auch Ausbildungsprogramme angeboten. Das oberste Ziel bleibt aber, eine Rekrutierung von Kindern überhaupt zu verhindern.

 
Spendenmöglichkeit:
World Vision Österreich unterstützt Reintegrationsprogramme im Südsudan:
 
Hinweis zu Online Feature:
In dem Online Feature „Children of War“ erzählen fünf ehemalige Kindersoldaten aus der Demokratischen Republik Kongo,  der Zentralafrikanischen Republik, dem Südsudan, Uganda und Myanmar ihre Geschichte.
 
Interviewmöglichkeiten:
Kolleginnen und Kollegen aus dem Südsudan (in englischer Sprache) stehen für Interviews zum Thema zur Verfügung. Bitte um Anfrage an Tanja Zach, 0664-833 94 11 oder tanja.zach@wveu.org
 
 
 
 
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Mag. Tanja Zach
Presse- und Medienservice
Telefon: 0664/833 94 11
E-Mail: tanja.zach@wveu.org

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