15.10.2015

World Vision zum Welternährungstag: El Niño-Phänomen bedroht Millionen Menschen in Afrika und Zentralamerika

Am Welternährungstags macht World Vision darauf aufmerksam, wie wichtig es ist, die Ursachen von Hunger zu bekämpfen.

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Wien, 15. Oktober 2015 – Anlässlich des Welternährungstags am 16. Oktober macht die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision darauf aufmerksam, dass Hunger die Ursache vieln Leids ist. Besonders besorgt zeigt sich die Organisation darüber, dass durch das in diesem Jahr erwartete El Niño -Phänomen in den Ländern des südlichen Afrikas und mehreren Staaten Zentralamerikas eine neue Hungersnot entstehen könnte. Schon jetzt sind in 8 Ländern und 5 Ländern Zentralamerikas und der Karibik die Ernten geringer ausgefallen als üblich, in einigen Regionen ist seit zwei Jahren kaum Regen gefallen.

Ernteausfälle in Afrika
So sind beispielsweise in der Demokratischen Republik Kongo rund 6,5 Millionen Menschen betroffen. Durch die geringen Niederschläge fehlen mehr als 1.000 Tonnen Getreide und Mais für die Versorgung von besonders gefährdeten Bevölkerungsschichten. In Malawi zerstörten Dürre und anschließende Fluten viele Ackerflächen. In 25 der 28 Distrikte wurde ein Rückgang der Getreide- und Maisproduktion festgestellt. Die Situation führt auch dazu, dass die Marktpreise für diese Produkte konstant steigen und ärmere Bevölkerungsschichten sich diese Lebensmittel nicht mehr leisten können.

Auch die Länder Südafrika und Sambia, die normalerweise Überschüsse produzieren, verzeichnen Ernteausfälle. In einigen Regionen Südafrikas führen viele Flüsse nur noch wenig Wasser, manche sind komplett ausgetrocknet. Auch mehr als 80 Prozent der Wasserstellen und Brunnen sind ausgetrocknet. Auch in Äthiopien und Somalia ist die Lage besorgniserregend.

Insgesamt rechnet World Vision damit, dass allein im südlichen Afrika fast 30 Millionen Menschen durch das Wetterphänomen betroffen sein werden. In Südamerika ist absehbar, dass mindestens 4,6 Millionen Menschen nicht mehr genug zu essen haben werden. Guatemala, El Salvador, Honduras sowie Haiti und die Dominikanische Republik verzeichnen 70 bis 90% Ernteausfälle.

Kinder trifft es am härtesten
World Vision sorgt sich besonders um die Kinder. „Schon jetzt sehen wir in einigen der Länder Zeichen von Mangelernährung und eine Zunahme von Krankheiten bei Kindern, wie z.B. Malaria, Cholera oder Masern“, so Marwin Meier, Gesundheitsexperte bei World Vision.

In langfristigen Projekten der Entwicklungszusammenarbeit unterstützt die Organisation die Bevölkerung  unter anderem mit Schulungen zu Ackerbaumethoden, die dem Klima angepasst sind: konservierende Landwirtschaft, regenerative Wiederaufforstungsmethoden, Tröpfchenbewässerung sowie Anbau von unterschiedlichen Obst- und Gemüsesorten.

„Hunger ist ein lösbares Grundproblem“, betont Meier. „Wenn Kinder, besonders im jungen Alter, keine ausgewogene Ernährung bekommen, wird sich dies für den Rest ihres Lebens auf die körperliche und geistige Gesundheit auswirken. Hunger führt außerdem dazu, dass Menschen ihre angestammten Lebensräume verlassen und sich auf die Suche nach einem Umfeld machen, in dem sie und ihre Kinder eine Perspektive haben. Hunger führt auch dazu, dass Konflikte entstehen“.

Armut und Hunger aktiv bekämpfen
Word Vision macht darauf aufmerksam, dass die Staatengemeinschaft im September in New York die Nachhaltigkeitsziele unterschrieben hat, die unter anderem zum Ziel haben, Armut und Hunger komplett auszurotten. „Wir hoffen, dass die Weltgemeinschaft die Ziele ernst nimmt und sie nicht nur Papier füllen“, so Meier.

Auf die aktuelle Krise wird World Vision in den Ländern, in denen die Organisation tätig ist, mit Nahrungsmittelhilfen, Hygiene und Wasserversorgungsprogrammen und spezieller Versorgung für Kleinkinder reagieren.

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Diese Familie in Sambia hat an Ackerbauschulungen von World Vision teilgenommen.
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