20.11.2019

30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention: Kinder erleben nach wie vor unvorstellbare Gewalt

Kinder müssen ein echtes Mitsprachrecht bei Entscheidungen bekommen, um der Gewalt ein Ende zu setzen.

30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention

Zu dieser Meldung gibt es: 1 Bild

Pressetext (3674 Zeichen)Plaintext

Wien, 20. November 2019 – 30 Jahre nachdem die UN-Kinderrechtskonvention zum am weitesten ratifizierten Menschenrechtsabkommen der Geschichte geworden ist, erlebt immer noch über die Hälfte der Kinder der Welt – 1,7 Milliarden – jedes Jahr eine der vielen Formen von Gewalt1.

In vielen Bereichen – wie Bildung, Zugang zu medizinischer Versorgung und sauberem Wasser – gab es große Fortschritte, dennoch: Kinder werden nach wie vor gezwungen, Kindersoldaten zu werden, werden verheiratet statt zur Schule zu gehen und werden sexuell und körperlich missbraucht. 650 Millionen Mädchen und Frauen wurden verheiratet2, bevor sie 18 Jahre alt wurden, und über 120 Millionen Mädchen werden vor ihrem 20. Lebensjahr vergewaltigt oder sexuell missbraucht3.

„Diese Dinge passieren jeden Tag. Wir können das nicht mehr länger akzeptieren. Wir haben die Verantwortung, Gewalt gegen alle Kinder zu beenden, überall“, sagt Andrew Morley, Präsident und CEO von World Vision. „30 Jahre nach diesem bedeutsamen Vertrag bleibt noch viel zu tun, um Kinder wie Esther, die ich kürzlich in Ostafrika getroffen habe, zu schützen. Sie wurde Opfer von weiblicher Genitalverstümmelung. Sie wurde gezwungen, einen Mann zu heiraten, der mehr als siebenmal so alt war wie sie selbst. Als Gegenleistung für sechs Kühe. Sie lief weg, ihre Familie brachte sie aber zurück zu ihrem Mann. Dort wurde sie wieder missbraucht. Esther ist erst acht Jahre alt."

Weltweite Kampagne gegen Gewalt
Gewalt verletzt nicht nur das Recht auf Schutz, sondern betrifft auch jedes andere Recht. Kinder, die Gewalt erleben, gehen oft nicht zur Schule, erhalten keine medizinische Versorgung oder haben kein Mitbestimmungsrecht. Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision hat zur Stärkung von Kinderrechten und zur Beendigung von Gewalt gegen Kinder die internationale Kampagne „It takes a world to end violence against children“ ins Leben gerufen. Weltweit wird die Kampagne in 76 Ländern von Zivilgesellschaft und Regierungen unterstützt.

Die Berücksichtigung der Meinung des Kindes ist unerlässlich, wie es in Artikel 12 der Kinderrechtskonvention heißt. Kinder haben das Recht, gehört zu werden. Wenn sie es werden, kann echter Wandel herbeigeführt werden. „Die Beteiligung von Kindern ist ein entscheidender Faktor, um sicherzustellen, dass die Rechte von Kindern eingehalten werden. Sie sind die Experten für ihre eigenen Bedürfnisse und Rechte. Daher ist es wichtig, dass sie eine echte Stimme dort bekommen, wo die Entscheidungen getroffen werden“, so Daniela Buzducea, Leiterin der Anwaltschaftsarbeit bei World Vision International. „Das 30-jährige Jubiläum ist eine Gelegenheit, um sicherzustellen, dass die nächste Generation die Rechte erhält, die ihnen versprochen wurden. Und auch, dass die Fortschritte, die wir in den letzten 30 Jahren erzielt haben, erhalten bleiben und auch alle Kinder davon profitieren. Wir müssen jetzt etwas tun, um unsere Kinder und ihre Zukunft zu schützen.“

1 Gewalt gegen Kinder: Das sind alle Formen von körperlicher, sexueller und psychischer Gewalt, Vernachlässigung oder fahrlässige Behandlung, Misshandlung oder Ausbeutung, Missbrauch - einschließlich kommerzieller sexueller Ausbeutung - Menschenhandel, Kinderarbeit und Praktiken wie weibliche Genitalverstümmelung und Kinderehe.
1 UNICEF data https://data.unicef.org/resources/child-marriage-latest-trends-and-future-prospects/
Ibid
3 Their World. Safe Schools: Their World. Safe Schools: The Hidden Crisis. London, 2018. https://s3.amazonaws.com/theirworld-site-resources/Reports/Theirworld-Report-Safe-Schools-December-2018.pdf

30 Jahre UN-Kinderrechtskonvention (. png )

Maße Größe
Original 1024 x 512 729,8 KB
Small 600 x 300 353,9 KB
Custom x