13.10.2014

Österreichische Hilfsorganisationen schlagen Alarm

Die humanitären Krisen explodieren weltweit. Es ist höchste Feuerwehr für die staatliche Auslandskatastrophenhilfe.

Geschäftsführer der NGOs fordern Aufstockung des Auslandskatastrophenfonds

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Wien, 13. Oktober 2014; Die diesbezüglichen Vereinbarungen im Regierungsprogramm werden mit Nachdruck eingefordert:

Annelies Vilim (Geschäftsführerin, Dachverband AG Globale Verantwortung):
„Die österreichische Bundesregierung hat zwar in ihrem Regierungsprogramm eine Aufstockung des Auslandskatastrophenfonds (AKF) von den derzeit im internationalen Vergleich beschämenden 5 Millionen Euro auf 20 Millionen vorgesehen. Doch diese Maßnahme ist dem Sparkurs zum Opfer gefallen. Die Krisen jedoch sind noch da und werden täglich mehr. Uns ist das nicht wurscht. Deshalb schlagen wir Alarm, die Brandherde müssen umgehend gelöscht werden.“

Sebastian Corti, (Geschäftsführer, World Vision):
„Im Libanon erleben wir momentan ein Flüchtlingsdrama beispiellosen Ausmaßes. Auf 4,6 Millionen Libanesen kommen jetzt schon 1,4 Millionen registrierter Flüchtlinge. Hier besteht höchster Alarm. Hilfe vor Ort ist besonders notwendig. Österreich kann und muss hier helfen und die Mittel für den Auslandskatastrophenfonds deutlich anheben.“

Michael Chalupka (Direktor, Diakonie Österreich): „Der Krieg in Syrien jährt sich im März 2015 zum vierten Mal. Das ist so lang, wie der erste Weltkrieg gedauert hat. Die Hälfte der syrischen Bevölkerung ist auf humanitäre Hilfe angewiesen. Die österreichische Bevölkerung ist sehr solidarisch und leistet Beträchtliches aus ihrer Privatschatulle für die Humanitäre Hilfe. Ihnen ist die weltweite Gerechtigkeit nicht wurscht. Deshalb gilt es, Außenminister Kurz bei weiteren Verhandlungen für die Erhöhung des Auslandskatastrophenfonds den Rücken zu stärken, denn es kann nicht sein, dass die österreichische Außenpolitik privatisiert wird.“

Christoph Schweifer (Generalsekretär, Leiter Auslandshilfe Caritas Österreich):
"Die Situation in der Ukraine erfüllt uns mit großer Sorge. Hunderttausende Menschen wurden seit Beginn des Bürgerkriegs vertrieben, Zehntausende sind in nicht beheizbaren Notquartieren untergebracht. Häuser wurden zerbombt, Fensterscheiben sind kaputtgegangen. In vielen Städten gibt es nur noch stundenweise Wasser und Strom, in manchen nicht einmal mehr das. Ein extrem harter Winter steht bevor und die Menschen brauchen jetzt Hilfe!"

Andrea Wagner-Hager (Geschäftsführerin Care Österreich):
 „2014 ist ein Ausnahmejahr bei Katastrophen: Die Anzahl der akuten Krisenherde, der Kriege und der Naturkatastrophen steigt und steigt. Zehntausende Kinder im Südsudan sind mangelernährt, die Menschen wissen nicht, wie und wovon sie überleben sollen. Rund eineinhalb Millionen sind auf der Flucht, können nichts anpflanzen, haben ihr Vieh verloren. Die Hungersnot klopft bereits laut an die Tür, dennoch findet das Klopfen vielerorts kein Gehör: Denn die Nothilfe für den Südsudan ist nach wie vor massiv unterfinanziert.“

Werner Kerschbaum (Generalsekretär des Österreichischen Roten Kreuzes):
„In den vergangenen Monaten sind 8.000 Menschen an Ebola erkrankt. 3.700 sind gestorben. Die Situation ist dramatisch und erfordert unsere Hilfe, damit wir die Verbreitung der Krankheit wirkungsvoll bekämpfen können. Um wichtige Einsätze wie diese finanzieren zu können, fordern wir eine Aufstockung des Auslandskatastrophenfonds - so wie im Arbeitsübereinkommen der Regierung beschlossen.“ 


Mit 1 Mio Euro können bereits einige Brandherde gelöscht werden:

  • Nothilfepakete für 8500 Familien
  • 3.400 syrische Flüchtlingskinder Schuljause für 1 Schuljahr
  • Nothilfe für 5.000 Flüchtlingsfamilien im Nahen Osten
  • Wiederaufbau von 100 komplett zerstörten Familienhäusern, 35 Häuser renoviert und 455 Familien mit landwirtschaftlichen Geräten und Saatgut unterstützt werden. 
  • Bis zu 100.000 Menschen könnten in Pakistan auf den Katastrophenfall vorbereitet werden 
  • Für 21.000 Menschen notwendige medizinische Hilfe im Südsudan
  • 4 Monate Überlebenshilfe für 25.000 Syrische Flüchtlinge

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