11.12.2013

Philippinen: Ein Monat nach dem Taifun herrscht noch große Not – Katastrophenvorsorge muss deutlich verbessert werden

Taifun Haiyan

Verteilung von Hilfsgütern im Norden von Cebu

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World Vision versorgte bisher über 100.000 Menschen mit Hilfsgütern

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Wien/Manila, 11. Dezember 2013 – Als der Taifun Haiyan am 07. November auf die Philippinen traf, verursachte er große Schäden und eine hohe Zahl an Todesopfern. Mindestens 5.600 Menschen starben, Millionen wurden obdachlos. Noch immer müssen viele Menschen mit dem Nötigsten versorgt werden. Die internationale Kinderhilfsorganisation World Vision rechnet damit, dass der Notzustand noch längere Zeit andauern wird.

„Wir planen zunächst einmal bis Ende 2014 unseren Katastropheneinsatz fortzuführen“, erklärt Harry Donsbach, Katastrophenexperte von World Vision. „Und die Versorgung mit Wasser, Nahrung, Decken und Zelten – also dem Nötigsten wird auch noch weitergehen.“

Der Taifun hat nicht nur über eine Million Häuser zerstört oder beschädigt, sondern auch weite Teile der Infrastruktur. Diese wieder aufzubauen werde Monate in Anspruch nehmen, erwartet die Kinderhilfsorganisation. Immerhin seien die meisten Straßen von Trümmern geräumt und so der Zugang zu Betroffenen möglich.

Harry Donsbach: „Bisher konnten wir 106.000 Menschen mit Hilfsgütern versorgen. Empfänger unserer Hilfe sind vor allem Mütter und Kinder.“

Kinderschutzzentren helfen traumatisierten Kindern
Um traumatisierten Kindern in den betroffenen Gebieten helfen zu können, hat World Vision mittlerweile 12 Kinderschutzzentren aufgebaut. Diese Zentren geben Kindern psychosozialen Schutz. Mit psychologisch geschulten Betreuern können sie über ihre Erfahrung reden, aber auch spielen. Weiters verteilt die Hilfsorganisation Hygienesets, Küchenzubehör, Moskitonetze und Schlafmatten.

Zeitgleich werden schon erste Wiederaufbaumaßnahmen eingeleitet. Die Pläne sehen vor, dass vom Taifun Betroffene mindestens zwei Monate lang Geld erhalten, um ihre Häuser selbst reparieren zu können. Auch Schulen sollen repariert werden, damit die Kinder möglichst schnell wieder unterrichtet werden können und die traumatischen Erfahrungen überwinden.

„Die Verwüstungen, die der Taifun Haiyan angerichtet hat, müssen auch als Warnungen angesehen werden“, sagt Minnie Portales, Mitarbeiterin von World Vision auf den Philippinen. „Wir müssen sicherstellen, dass künftige Generationen solchen Naturkatastrophen besser standhalten können.“ Sie fordert daher, dass zum Beispiel die Besiedlung von Flächen auch vom Gedanken der Katastrophenvorsorge her geplant wird. Unkontrolliert und schnell wachsende Städte, gerade in ärmeren Gebieten, seien Naturkatastrophen besonders schutzlos ausgeliefert.

„Selbst die guten Standards der Katastrophenvorsorge auf den Philippinen haben diesem Taifun in seiner enormen Stärke nicht standgehalten. Vorhandene Notunterkünfte und Evakuierungszentren wurden einfach weg geweht, weil sie nicht stabil genug gebaut waren. Wir müssen überall – nicht nur auf den Philippinen – mehr für die Katastrophenvorsorge tun.“

Die Kinderhilfsorganisation ist bereits seit 55 Jahren auf den Philippinen aktiv, vor allem mit Projekten zur langfristigen Entwicklung, aber auch bei Katastropheneinsätzen.

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