12.03.2015

Syrien: 4 Jahre Krieg – 4 Jahre Leid für 5,6 Millionen Kinder

World Vision fordert mit 20 weiteren Nichtregierungsorganisationen endlich eine politische Lösung des Konflikts

4 Jahre Syrieneinsatz - Tätigkeitsbericht von World Vision

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Wien 11.03.2015 - “Das vergangene Jahr war das schrecklichste in diesen vier langen Jahren des Konflikts,” sagt Wynn Flaten, Direktor und Koordinator der World Vision Hilfsaktionen rund um den Krieg in Syrien, „Der Zugang zu humanitärer Hilfe hat sich nicht verbessert, der dringende Bedarf für 4,8 Millionen Menschen steigt stetig und diese leben immer öfter in Regionen, die nur schwer zu erreichen sind.“

Der Konflikt in Syrien geht in sein fünftes Jahr. Seit Ausbruch der Kämpfe mussten bereits mehr als 9 Millionen Syrer fliehen, allein 5,9 Millionen davon sind Kinder. Ein Ende des Konflikts ist nicht absehbar.
Besonders schwer wiegt das Versagen der internationalen Gemeinschaft, allen voran des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen. World Vision und 20 weitere Nichtregierungsorganisationen haben im Bericht „Failing Syria“ die Resolutionen und ihre Auswirkungen beurteilt. Das Ergebnis ist verheerend: Obwohl der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen zwei Resolutionen erlassen hat, war das vergangene Jahr 2014 das schlimmste seit Beginn der Krise.
  • Die Menschen werden nicht geschützt: 2014 war das blutigste Jahr des, das mindestens 76.000 Syrerinnen und Syrer das Leben kostete (220.000 Menschen insgesamt sind bisher zu Tode gekommen).  
  • Der Zugang zur Hilfe wurde nicht verbessert: 4,8 Millionen Menschen befinden sich in Gebieten, die die Vereinten Nationen als „schwer zu erreichen“ einstuft. Das ist eine Steigerung um 2,3 Millionen gegenüber 2013
  • Der Bedarf an Hilfe steigt rasant: 5,6 Millionen Kinder benötigen dringend Hilfe, 31% mehr als 2013.
  • Die Finanzierung und tatsächliche Unterstützung klaffen auseinander: Konnten 2013 noch 71% der benötigten Mittel, finanziert werden, so ging dieser Anteil 2014 auf 57% zurück
2014 wurden zudem von Damaskus aus weniger Menschen mit Hilfslieferungen für den Winter erreicht, als ein Jahr zuvor (1,12 Millionen im Jahr 2014 im Vergleich zu 2,9 Millionen im Jahr 2013) und die syrische Regierung bewilligte weniger als die Hälfte der hierfür nötigen Anträge. Zwar kommen auch über die Nachbarländer Syriens Hilfstransporte. Doch zurzeit sind hierfür nur fünf der 34  Grenzübergänge geöffnet, neun sind eingeschränkt passierbar und die restlichen geschlossen. 

Flaten meint in Bezug auf die Kinder: „Fast zwei Millionen Kinder mussten aus Syrien fliehen. Mehr als doppelt so viele sind noch immer in Syrien, viele direkt von Gewalt bedroht. Kinder haben ihr Zuhause, ihre Freunde und Familienmitglieder verloren. Sie wurden Zeugen von Gewalt oder haben sie direkt selbst erlebt. Durch die lange Dauer des Konflikts, versäumen sie auch wichtige Jahre ihrer Bildung. Die internationale Gemeinschaft sollte sich daran erinnern: Wenn dieser Krieg vorbei ist, sind das die Kinder, die Syrien wieder aufbauen werden!“
 
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