14.07.2015

World Vision fordert: Regierung muss Versprechen halten - Aufstockung der Auslandshilfe jetzt!

38 NGOs präsentieren der Bundesregierung einen realistischen Stufenplan zur Erhöhung der Auslandshilfe

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Wien, 14. Juli 2015 – Als Mitglied der Arbeitsgemeinschaft Globale Verantwortung erinnerte heute World Vision gemeinsam mit 37 andere NGOs die österreichische Regierung an ihre Versprechungen, bis Sommer einen Stufenplan zur Erhöhung der Auslandshilfe vorzulegen. Heute, Mitte Juli, fehlt dieser immer noch.

Im Rahmen einer Kundgebung vor dem letzten Ministerrat vor der Sommerpause wurde der Bundesregierung nun ein realistischer Plan zur Erhöhung der Auslandshilfe bis zum Jahr 2030 vorgelegt. Die NGOs haben somit die Arbeit der Bundesregierung übernommen.

„Österreichs Prozentsatz der Auslandshilfe ist mit 0,26% des Bruttonationaleinkommens beschämend niedrig. Zum Vergleich: Deutschland ist bei 0,41%, sogar das durch die Finanzkrise schwer in Mitleidenschaft gezogene Irland liegt bei 0,38% und auch in Großbritannien beispielsweise haben sich alle drei Großparteien dafür eingesetzt, dass die 0,7% gesetzlich verankert werden“, sagt Sebastian Corti, Geschäftsführer von World Vision Österreich.

Sowohl der ressortzuständige Außenminister Kurz als auch Kanzler und Vizekanzler haben mehrfach betont, die internationale Vereinbarung, 0,7% des BNE für Entwicklungszusammenarbeit zur Verfügung zu stellen, umzusetzen - zuletzt öffentlich im Mai 2015.

„Wir verstehen und begrüßen die Konsolidierung des Finanzhaushalts in Österreich, der nicht zuletzt durch den Hypo Alpe Adria-Skandal in Schieflage geraten ist. Dafür ist erhebliche Disziplin nötig – und viele werden dazu einen Beitrag leisten müssen. Aber wenn selbst höher verschuldete Länder wie Irland oder Großbritannien, aber auch Frankreich, ihren Beitrag halten bzw. erhöhen, dann kann Österreich das auch”, ergänzt Corti. Die Erhöhung der Auslandshilfe, von einem heute kaum wahrnehmbaren Niveau, ist laut Corti ein "no-brainer". "Entweder wir leisten unseren Beitrag zur Rettung von Menschenleben und ein Leben in Würde für die Menschen des Südens, oder wir tun das nicht. Heute leisten wir ihn de facto nicht. Der Auslandskatastrophenfonds stellt 1 Euro pro 5.000 in Österreich in einem Jahr verdienten Euros zur Verfügung. Das ist unterhalb der Wahrnehmungsgrenze. Der Beitrag jedes Österreichers beziffert sich auf 0,6 Euro pro Jahr. Das ist unseres Landes unwürdig. Die österreichische Regierung hat bereits jeweils das Tausendfache sowohl für die Griechenland-Hilfspakete I und II (die jüngsten Gespräche nicht eingerechnet) als auch den Hypo-Skandal bereitgestellt. Es ist eine Frage der persönlichen und politischen Integrität, die Mittel für Auslandshilfe, die objektiv nachprüfbar tausende Menschenleben retten, jetzt zu erhöhen. Daraus kann für Österreich nur Gutes erwachsen."
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Sebastian Corti, Geschäftsführer World Vision Österreich, richtet sein Wort an die Bundesregierung.
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