14.06.2019

Zyklon Idai: 3 Monate danach sind Kinder immer noch in Gefahr

Pressetext (3133 Zeichen)Plaintext

Beira/Wien, 14. Juni 2019 – Drei Monate nach dem verheerenden Zyklon Idai im südlichen Afrika warnt World Vision davor, dass Kinder in der Region verstärkten Risiken wie Kinderarbeit und Missbrauch ausgesetzt sind.

Mosambik, Simbabwe und Malawi kämpfen weiterhin mit den enormen Auswirkungen der Katastrophe, die durch die zwei Zyklone (Idai und Kenneth) innerhalb von nur 4 Wochen ausgelöst wurde. Wegen zerstörter Felder und Ernten kommt es nach wir vor zu Nahrungsmittelengpässen. Kinder – vor allem Mädchen – sind daher Gefahren von sexueller Ausbeutung und Frühverheiratung als Gegenleistung für Nahrung und Geld ausgesetzt. Die genaue Anzahl der Kinder, die ihre Eltern verloren haben, ist immer noch nicht bekannt. Die Gesamtzahl der getöteten Personen wird vielleicht nie beziffert werden können.

Nothilfe unterfinanziert
Die Situation von Hunderttausenden von Überlebenden ist nach wie vor äußerst prekär. Mehr als 277.000 Menschen leben noch immer in neun temporären Unterbringungszentren in der Provinz Sofala in Mosambik. Die Herausforderungen sind groß:  Es gibt keinen ausreichenden Zugang zu sauberem Wasser, Toiletten, Gesundheitsversorgung und Unterkünften für die Menschen, die ihre Häuser verlassen mussten.
Laut Welternährungsprogramm (WFP) sind derzeit 1,67 Millionen Menschen in Mosambik auf Nahrungsmittelhilfe angewiesen. Von den 440 Millionen US-Dollar, die für die Hilfe in Mosambik benötigt werden, sind jedoch nur 34 Prozent finanziert.

Schutz von Kindern muss Priorität haben
Jeff Wright, Direktor des Nothilfeeinsatzes von World Vision in Mosambik, sagt: „Hilfsorganisationen haben umfassende Nothilfe nach den zwei Zyklonen geleistet. Es ist aber eine Tatsache, dass drei Monate danach große Risiken für Kinder bestehen. Viele sind noch immer nicht zurück in ihren Häusern, gehen nicht zur Schule und sind aufgrund ihrer verzweifelten Situation Gefahren wie Missbrauch und Ausbeutung ausgesetzt.
Ohne zusätzliche Mittel sei es schwierig, Familien bei der Wiederherstellung ihrer Lebensgrundlagen zu unterstützen und den Wiederaufbau des Bildungssystems zu fördern. Das wären aber Voraussetzungen dafür, Kinder vor Ausbeutung zu schützen.

„Die Menschen hier sind fest entschlossen, ihr Leben wiederaufzubauen“, so Wright. „Aber sie schaffen das nur, wenn wir sie dabei unterstützen. Es ist durchaus möglich, dass diese Wirbelstürme das Ergebnis des Klimawandels sind, der von den Industrieländern vorangetrieben wird. Und trotzdem wird einfach nicht genug getan, um denen zu helfen, die die Konsequenzen dafür tragen müssen. Allen voran die Kinder.“

World Vision war eine der ersten internationalen Hilfsorganisationen, die nach dem Zyklon Idai sofort Nothilfe geleistet haben. Bisher konnte World Vision 320.000 Menschen in Mosambik, Malawi und Simbabwe unterstützen. Die Hilfe umfasst die Verteilung von 4.000 Tonnen Lebensmitteln (über das Welternährungsprogramm), die Versorgung mit Notfallpaketen von 65.000 Menschen und den Bau von 645 Latrinen. Zudem haben mehr als 2.500 Kinder an Aktivitäten in sogenannten Kinderschutzzentren teilgenommen. 
 

(. )

Maße Größe
Original x
Medium 1200 x
Small 600 x
Custom x