17 Millionen Kinder im Sudan auf Nothilfe angewiesen
Wien, 14.04.2026 – Drei Jahre nach Ausbruch des Konflikts ist der Sudan zu einem der traumatischsten Länder für Kinder weltweit geworden. Die internationale Hilfsorganisation World Vision warnt davor, dass eine ganze Generation systematisch Gewalt ausgesetzt und ihrer Kindheit beraubt wird, während die internationale Gemeinschaft wegschaut. Derzeit sind 17,3 Millionen Kinder auf Hilfe angewiesen. Hunger hat dazu geführt, dass 4,2 Millionen Kinder an Unterernährung leiden, darunter mehr als 800.000, die aufgrund schwerer akuter Unterernährung vom Tod bedroht sind.
Viele Kinder sind auf sich allein gestellt. In einem einzigen Lager für Binnenvertriebene in Fina, Ost-Jebel Marra, wurden mehr als 200 unbegleitete Kinder identifiziert. Vor allem Mädchen sind häufig sexueller Gewalt ausgesetzt. 10,5 Millionen Kinder können im Sudan seit drei Jahren keine Schule besuchen.
„Hinter jeder Statistik steht ein Kind, das sein Zuhause, seine Schule und seine Sicherheit verloren hat“, sagt Simon Mane, der Landesdirektor von World Vision Sudan. „Die vielen unbegleiteten Minderjährigen wie im Lager in Fina zeigen, wie Kinder weiterhin im Stillen leiden. Ohne eine sofortige massive Aufstockung der finanziellen Mittel und ein Engagement für Frieden werden diese Narben dauerhaft sein.“
Das Ausmaß der Krise zeigt sich im Alltag der Menschen, die den Konflikt überleben. In Süd-Darfur zeigt das Beispiel des neunjährigen Omer die Folgen des Hungers: Aufgrund von Wachstumsstörungen fehlt ihm die Energie zum Spielen. Er überlebt von nur einer Schüssel einfachem Brei am Tag. An manchen Tagen bliebt auch diese leer. „Meine Beine fühlen sich schwer an, und mein Bauch tut immer weh. Ich bin einfach so müde. Ich möchte nicht spielen. Ich möchte nur, dass der Hunger aufhört“, sagt Omer.
Viele Kinder haben massive Gewalt erlebt. Adam ist ein Überlebender eines direkten Angriffs auf ein Krankenhaus, bei dem 17 Kinder getötet und Dutzende weitere schwer verletzt wurden. „Es gab einen großen Knall und das Krankenhaus stürzte ein“, sagt Adam. „Meine Beine sind jetzt vollständig gelähmt.“
Die Gewalt hat Millionen Menschen vor eine qualvolle Wahl gestellt: bleiben und sterben oder in eine unsichere Zukunft fliehen. Mehr als 13 Millionen Menschen waren gezwungen, ihre Heimat zu verlassen. World Vision leistet weiterhin vor Ort lebensrettende Nothilfe. Aber die Lücke zwischen dem enormen humanitären Bedarf und den verfügbaren Mitteln wird immer größer. World Vision fordert daher eine massive Erhöhung der internationalen Finanzierung.