Wien, 02.04.2025 – Nach dem starken Erdbeben in Myanmar und Thailand warnt die internationale Hilfsorganisation World Vision davor, dass Kinder einem erhöhten Missbrauchsrisiko ausgesetzt sind, nachdem viele obdachlos oder von ihren Familien getrennt worden sind. „Kinder gehören in Katastrophengebieten zu den am meisten gefährdeten Personen“, erklärt Kyi Minn, der Direktor von World Vision International Myanmar. Der humanitäre Bedarf ist enorm, die Hilfe auch aufgrund der zerstörten Infrastruktur schwierig.
World Vision hat auch abgelegene Dörfer mittlerweile erreicht und den Bedarf an Hilfe in den am stärksten betroffenen Gebieten in der Region Mandalay ermittelt. Die Verteilung lebenswichtiger Hilfsgüter wie Nahrungsmittel, sauberes Wasser und Materialien für Unterkünfte hat begonnen. Darüber hinaus arbeitet die Organisation daran, den Zugang zu medizinischer Versorgung, sanitären Einrichtungen und psychosozialer Unterstützung für die betroffenen Kinder und ihre Familien sicherzustellen.
„Der humanitäre Bedarf in Myanmar ist immens“, so Minn weiter. „Die Straßen sind schwer beschädigt, was es uns erschwert, die Hilfsgüter zu den Bedürftigen zu bringen. Die Familien kämpfen mit sehr hohen Temperaturen, großer Hitze und Wassermangel ohne Unterkunft, Nahrung oder medizinischer Versorgung und erleiden gleichzeitig ein schweres körperliches und emotionales Trauma.“
Kyi Minn betont, dass der Schutz der Kinder oberste Priorität haben muss. „Kinder sind während einer humanitären Krise immer am stärksten gefährdet. Schon vor diesem Erdbeben war die Lage der Kinder in Myanmar katastrophal“, so Minn. „Jetzt haben die Zerstörungen das Leid der Familien noch verschlimmert und die Kinder in große Gefahr gebracht. In Notsituationen wie dieser sind manche Kinder gezwungen zu fliehen, werden von ihren Familien getrennt und sind Ausbeutung und Missbrauch ausgesetzt. Sie sind der Gefahr ausgesetzt, verletzt oder sogar getötet zu werden. Mädchen sind besonders gefährdet.“
World Vision Österreich ist seit 2008 mit Patenschaftsprojekten in der Region aktiv, aktuell direkt in Tada-U. Allein in dieser Region haben 800 Familien durch das schwere Erdbeben ihr Zuhause verloren.