04.08.2026 | 1 Bild

Somalia: Anhaltende Dürre verursacht schwere Hungerkrise

Aktuelle Situation erinnert an Hungerkatastrophe von 2011
Hungerkrise in Somalia © World Vision

Eine massive Dürre verursacht in Somalia eine Hungerkrise, die an die Katastrophe von vor 15 Jahren erinnert.

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Fünfzehn Jahre nachdem in Somalia eine Hungersnot Hunderttausenden Menschen das Leben kostete, warnt die internationale Hilfsorganisation World Vision: Dem Land droht erneut eine massive Hungerkrise. Anhaltende Dürre und drastisch sinkende Hilfsgelder gefährden, was in den vergangenen Jahren erreicht wurde, um die Ernährung sicher zu stellen. Die aktuelle Situation erinnert an die Katastrophe von 2011.

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Wien, 04.08.2026 – Fünfzehn Jahre nachdem in Somalia eine Hungersnot Hunderttausenden Menschen das Leben kostete, warnt die internationale Hilfsorganisation World Vision: Dem Land droht erneut eine massive Hungerkrise. Anhaltende Dürre und drastisch sinkende Hilfsgelder gefährden, was in den vergangenen Jahren erreicht wurde, um die Ernährung sicher zu stellen. Die aktuelle Situation erinnert an die Katastrophe von 2011.

Mehr als 250.000 Menschen starben damals an Hunger und Durst, darunter über 130.000 Kinder unter fünf Jahren. Danach versprach die internationale Gemeinschaft: Nie wieder.

Seitdem wurden Frühwarnsysteme ausgebaut, Existenzgrundlagen verbessert und Resilienzprogramme umgesetzt, damit eine Hungersnot rechtzeitig abgewendet werden kann. Fünfzehn Jahre später wird dieses Versprechen auf eine harte Probe gestellt: Somalia steht erneut vor einer katastrophalen Dürre.

World Vision registriert landesweit 60 Prozent mehr Fälle von schwerer Mangelernährung. Allein in jenen Gesundheitseinrichtungen, die die Hilfsorganisation unterstützt, diagnostizierten Ärzte bis April 2026 mehr als 3.500 Kinder mit akuter schwerer Mangelernährung. In manchen Landesteilen ist die Situation bereits mit jener von 2011 vergleichbar.

Zwar sind humanitäre Organisationen vor Ort, doch ihre Hilfe kann nicht alles abdecken. Millionen Vertriebene erhalten nicht ausreichend Unterstützung. Gesundheitseinrichtungen, die unterernährte Frauen und Kinder mit lebensrettender Nahrung versorgen, schränken ihre Arbeit ein oder schließen ganz.

Für Mariam, Mutter von fünf Kindern, deren Jüngstes schwer mangelernährt ist, ist die Hungersnot längst keine abstrakte Gefahr mehr. Sie erlebt sie jeden Tag. „Wir sind drei Tage zu Fuß gegangen, um diese Gesundheitsstation zu erreichen, damit mein Kind Hilfe bekommt“, erzählt sie, während sie in einer World Vision-Einrichtung in Buurhakaba darauf wartet, dass ihr Kind untersucht wird. „Das ist die nächstgelegene Station für uns. Andere haben bereits geschlossen. Ohne diesen Ort wüssten wir nicht, was aus uns geworden wäre. Ich weiß nicht, was ich meinen Kindern noch zu essen geben soll“, sagt sie. „Ich will nicht, dass meine Kinder verhungern.“

Kevin Mackey, Nationaldirektor von World Vision Somalia, berichtet: „Für unzählige somalische Familien ist die Katastrophe bereits Realität, sie kämpfen jeden Tag ums Überleben. Eltern verzichten aufs Essen, damit ihre Kinder etwas bekommen. Mütter gehen stundenlang, um Wasser zu finden. Familien, die Dürre, Konflikt und Vertreibung überstanden haben, finden kaum noch einen Ausweg.“

Bis Juli 2026 haben internationale Geber nur 20 Prozent der Mittel bereitgestellt, die der humanitäre Hilfsplan für Somalia vorsieht: 180 von notwendigen 852 Millionen US-Dollar.  World Vision fordert die Geberregierungen eindringlich auf, die Finanzierungslücke für Somalia rasch zu schließen und dabei jene Maßnahmen zu priorisieren, die in den kommenden Monaten Kinderleben retten.

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