03.08.2020

COVID-19 in Brasilien: World Vision-Krankenhausschiff in entlegenen Gebieten Amazoniens zum 2. Mal im Einsatz

Krankenhausschiff von World Vision ist in entlegene Gebiete Amazoniens unterwegs

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  • Das schwimmende Krankenhaus ist ein gemeinsames Projekt von World Vision und der Presbyterianischen Kirche im brasilianischen Amazonasgebiet
  • Grundnahrungsmittel und Hygienesets werden an mehr als 500 Familien geliefert
  • Das Krankenhaus bietet medizinische und zahnmedizinische Dienste für besonders gefährdete Bevölkerungsgruppen

Manaus/Wien, 3. August 2020 – Bereits zum zweiten Mal ist das "Solidarity Ship" seit Beginn der Pandemie im Einsatz. Das Krankenhausschiff wird von World Vision und der Presbyterianischen Kirche von Manaus betrieben. Auf diesem Weg können die entlegensten Gemeinden im brasilianischen Amazonasgebiet erreicht werden, damit die BewohnerInnen medizinische Versorgung sowie Hygieneartikel erhalten. Ein weiterer Fokus liegt auf Aufklärung zur Prävention von COVID-19.

Das Schiff hat gestern, am 2. August, in der Hauptstadt Manaus abgelegt und wird fünf Tage lang mehr als 500 Familien aus 11 Flussgemeinden entlang des Solimões-Flusses besuchen. Offizielle Daten (Stand Ende Juli) zeigen, dass es allein im Bundesstaat Amazonas mehr als 99.000 bestätigte Fälle und mehr als 3.000 Todesfälle gibt.

Brasilien liegt derzeit mit über 2,7 Millionen COVID-19-Fällen sowie mehr als 93.000 Todesfällen weltweit an zweiter Stelle. Das Virus breitet sich rasch von Großstädten wie Sao Paulo und Rio de Janeiro in abgelegene und ländliche Gebiete aus, in denen die Verfügbarkeit von medizinischer Versorgung und der Zugang zu sauberem Wasser stark eingeschränkt ist.

Amazonien mit 2.höchster Sterblichkeitsrate
Amazonien hat bereits im Mai den Zusammenbruch des Gesundheitssystems beklagt. Drei Monate später ist die Situation nach wie vor kritisch. Die Region hat die zweithöchste Sterblichkeitsrate des Landes: 77 Tote pro 100.000 Einwohner.

„Wir erreichen mit dem Schiff jene Bevölkerungsgruppen, die aufgrund des stark eingeschränkten Zugangs zu Gesundheitsdiensten, Medikamenten und schlechter Kommunikationsinfrastruktur extrem gefährdet sind. Die meisten Bewohnerinnen und Bewohner des Amazonasgebiets leben am Flussufer. Sie haben aufgrund der Entfernung und der schwierigen Transportmöglichkeiten kaum Zugang zu Behandlungen“, erklärt Martha Yaneth Rodríguez, die Landesdirektorin von World Vision Brasilien.

Medizinische und zahnmedizinische Versorgung
Das Krankenhausschiff wird an 11 Gemeinden Halt machen. Bis zum ersten Stopp im Fluss Solimões wird das Schiff 18 Stunden unterwegs sein. Den Menschen vor Ort wird medizinische und zahnmedizinische Notfallversorgung angeboten. Darüber hinaus erhalten sie Lebensmittelpakete, Hygiene-Kits und werden darüber aufgeklärt, wie sie sich vor einer Ansteckung mit dem Virus schützen können. 600 Hygiene-Kits, 600 Pakete mit Grundnahrungsmitteln und 1.200 sogenannte "tenderness boxes" werden geliefert. Das sind Kits, die Aufklärungsmaterial für Kinder zur Prävention von COVID-19 enthalten und präventive Maßnahmen zu ihrem Schutz vor Gewalt, die inmitten der Pandemie grassiert.

„Wir befinden uns in einer humanitären Ausnahmesituation. Alles, was hier zählt, ist das Leid der Menschen zu lindern“, so Luiz Corzo, Leiter des Nothilfeeinsatzes bei World Vision Brasilien. „Alle medizinischen Behandlungen und pädagogischen Aktivitäten werden in Übereinstimmung mit den Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation durchgeführt: im Freien, mit kleinen Gruppen und unter Beachtung der Abstandsregeln.“

World Vision arbeitet seit Anfang der 90er Jahre in der Region. Vor der Pandemie nutzte World Vision Brasilien das Boot neben den medizinischen Dienstleistungen im Amazonasgebiet auch zur Förderung von Bildungsangeboten für Kinder von 4-11 Jahren.

„Unsere Fähigkeit, lebensrettende humanitäre Hilfe und hilfreiche Bildung für diese isolierten Bevölkerungsgruppen auf längere Sicht bereitzustellen, hängt von verfügbaren Ressourcen ab“, erläutert Rodríguez. „Wir brauchen die Unterstützung von Spendern, Unternehmen, Regierungen und Kooperationspartnern, um die Einsätze des Solidaritätsschiffes am Laufen zu halten.“


INTERVIEWMÖGLICHKEIT:
Luiz Corzo, Leiter des Nothilfeeinsatzes bei World Vision Brasilien, steht in Roraima für Interviews auf Englisch zur Verfügung. Wir vermitteln gerne unter tanja.zach@wveu.org oder 0664-833 94 11.
Live-Interviews vom Schiff sind leider nicht möglich.
Videomaterial wird aufgenommen und steht ab spät. 7.8. zur Verfügung. Bei Interesse bitte melden.

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